Urteil gegen Terroristen
Das Berufungsgericht von Bologna hat unter dem Vorsitz von Richter Orazio Pescatore die lebenslange Haftstrafe für den Terroristen und Vertreter der neofaschistischen subversiven Gruppe »Nuclei Armati Rivoluzionari« (NAR), Gilberto Cavallini, im Prozeß zum Massaker am Bahnhof von Bologna vom 2. August 1980 mit 85 Toten und über 200 Verletzten bestätigt, berichtete ANSA.
Die staatliche Nachrichtenagentur verschweigt allerdings, daß es sich bei den NAR um eine der als »revolutionär« getarnten Gruppen handelte, die von Pino Rauti, der Nummer Zwei der faschistischen Partei »Aleanza Nazionale«, eine Nachfolgepartei des 1946 als direkter Nachfolger der Partei Mussolinis gründeten »Movimento Sociale Italiano« (MSI). Aus dem MSI ging einige Jahre später die Partei »Brüder Italiens« (FdI) der heutigen Premierministerin Giorgia Meloni hervor.
Nachdem die Ermittlungsbehörden jahrelang versucht hatten, linksradikale Gruppen als Organisatoren des Anschlags von Bologna vor Gericht zu zerren, bewies der Untersuchungsrichter Felice Casson 1996, daß die Täter Neofaschisten waren, darunter Mitglieder der von Pino Rauti gebildeten Terrororganisation »Ordine Nuovo«.
Eine Tochter des 2012 verstorbenen Rauti, Isabella Rauti, ist in Melonis Regierung Staatssekretärin im Kriegsministerium, dessen Chef der Mitbegründer der FdI, Guido Grosetto, ist.
Werfen wir einen Blick auf die schillernde Karriere der Isabella Rauti, Jahrgang 1962, der offenbart, daß die Regierungschefin Giorgia Meloni mit ihr eine reinblütige Faschistin in ihr Kabinett geholt hat. 1962 geboren, schloß sie sich bereits als Jugendliche der Jugendorganisation »Fronte della Gioventu« des MSI an. Sie ist die Ex-Frau des ehemaligen Bürgermeisters von Rom (2008-2013) Gianni Alemanno, eines führenden MSI-AN-Faschisten, Vizepräsident der AN, der wegen Verwicklung mit der Mafia 2019 in erster Instanz zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Die Berufungsverfahren laufen noch. 2014 trat er der 2012 von Meloni mit Mitgliedern der im Verfall befindlichen AN gegründeten Partei »Fratelli d’Italia« bei.
Im Jahr 2004 wurde Isabella Rauti Mitglied der AN und später schloß sie sich den »Fratelli d’Italia« an, mit deren Ticket sie 2018 in den Senat gewählt wurde.
