Luxemburg09. November 2023

Vor einem Rutsch in die Rezession

Wirtschaftsleistung in Luxemburg schrumpft

von Ali Ruckert

Aufgrund der vom Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien Statec veröffentlichten Zahlen hatte die »Zeitung« im August dieses Jahres geschrieben, Luxemburg befände sich auf dem Weg in die Rezession.

Anzeichen dafür waren die aufeinanderfolgenden Leitzinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank, welche wohl dazu beitrugen, die Inflation zu senken, aber ansonsten verheerende Auswirkungen auf große Teile der Wirtschaft hatten, der Rückgang der Reallöhne in den meisten Wirtschaftsbereichen, deutlich niedrigere Produktionszahlen im Bauwesen, im Industriebereich und in anderen Wirtschaftszweigen, sowie eine deutliche Zunahme der Arbeitslosenzahlen.

Auslöser der hohen Inflation und des Erdbebens in der Wirtschaft waren zum großen Teil politische Faktoren, darunter der Handelskrieg der USA gegen Russland und China und nicht zuletzt die antirussischen Sanktionen, welche zu einer künstlichen Verknappung die Energie führten und Energieprodukte drastisch verteuerten. Das aber wird der Öffentlichkeit bis heute verschwie­gen.

Das Statec hatte in seiner letzten Prognose bereits weniger Wirtschaftswachstum ankündigt, war aber immer noch von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes von 1,5 Prozent für 2023 und 2,5 Prozent für 2024 ausgegangen.

In einer Note an CSV-Re­gierungsformateur Luc Frie­den, über deren Inhalt RTL Radio diese Woche berichtete, geht das »Comité économique et financier national« (CEFN) davon aus, dass sich die Wirtschaft in Luxemburg zum Jahresende in einer Rezession befinden wird.

Das CEFN, dessen Aufgabe es ist, die Arbeiten zu koordinieren, die im Rahmen der Verpflichtungen Luxemburgs im Kontext des wirtschafts- und finanzpolitischen Diktats der EU durchgeführt werden müssen, geht davon aus, dass das Bruttoinlandprodukt 2023 um 0,8 Prozent oder in noch größerem Maße schrumpfen wird.

Das sind Prognosen, die es der neuen Rechtsregierung von CSV und DP leichter machen dürften, eine gewisse Spar- beziehungsweise Austeritätspolitik zu rechtfertigen.