Starker Wind erschwert Löscharbeiten in der Türkei und Griechenland
Bordeaux/Madrid/Athen/Antalya – Während sich die Waldbrandlage in Frankreich und Spanien entspannt und Tausende in ihre Häuser zurückkehren können, ist die Situation in Griechenland und der Türkei weiter schwierig. Von hoher Trockenheit und Hitze begünstigte Brände, die von kräftigem Wind weiter angefacht werden, machen der Feuerwehr zu schaffen.
Griechenland
Auf Kreta fachen orkanartige Nordwinde die Flammen immer wieder an. Nahe der Ortschaft Preveli brach ein weiterer Brand aus. Wegen der dichten Rauchschwaden mußte die Küstenwache ungefähr 50 Menschen aus einem Küstenabschnitt in Sicherheit bringen.
Die Feuerwehr kämpfte am Freitag bereits den zweiten Tag in Folge gegen die Flammen – viele Einsatzkräfte sind völlig erschöpft. Auch Löschflugzeuge und Helikopter können wegen der extremen Windverhältnisse nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden. Gleichzeitig wurden auf den Ägäisinseln Andros, Kalymnos und Paros weitere Brände gemeldet. Erst ab Freitagabend wurde mit einer Entspannung gerechnet.
Türkei
Einsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen viele Brände in Wäldern im Süden und im Westen des Landes, die durch starke Winde angefacht werden. Seit Mittwoch habe man bei 169 Bränden eingegriffen, 163 davon seien am Donnerstagabend unter Kontrolle gebracht worden, zitierte die Nachrichtenagentur den Forstminister.
Der Waldbrand, der am Dienstag im Bezirk Kas in Antalya ausgebrochen war, wurde nach intensiven Löschmaßnahmen aus der Luft und vom Boden aus unter Kontrolle gebracht, ebenso der im westlichen Isparta. Ein Sturm in Antalya hatte die Löscharbeiten erschwert. Es wurden landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3.500 Menschen eingesetzt.
Frankreich
An der französischen Atlantikküste haben inzwischen 144.000 der 224.000 evakuierten Menschen zurückkehren können. Innenminister Laurent Nuñez sagte, man könne davon ausgehen, »daß das Schlimmste hinter uns liegt«. Man bleibe aber weiterhin »sehr wachsam«.
Wie die Präfektur in Bordeaux mitteilte, waren am Donnerstagabend noch zwei Brandherde auf der Halbinsel Cap Ferret und südlich des Ortes Lacanau aktiv. Weitere am Mittwoch aufgeflammte Brände in Südfrankreich, im Burgund sowie im Wald von Fontainebleau unweit von Paris brachte die Feuerwehr unter Kontrolle.
Spanien
In Spanien sind die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt, die meisten Evakuierungen wurden aufgehoben. Auch der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia breitet sich nach Behördenangaben nicht weiter aus.
Das Innenministerium teilte mit, der Notstand sei auf die zweite von vier operativen Stufen herabgestuft worden. Trotzdem sei es unerläßlich, Vorsicht walten zu lassen und sich jederzeit an die Anweisungen der Behörden zu halten. Die Brandbekämpfung in den betroffenen Regionen im Nordwesten dauert an.

