Kaleidoskop02. Juli 2026

Kleiner Junge sechs Tage nach Erdbeben in Venezuela gerettet

von dpa/ZLV

Caracas – Sechs Tage nach den verheerenden zwei Erdbeben in Venezuela ist ein dreijähriger Junge von jordanischen Rettungskräften lebend aus den Trümmern gezogen worden. Der Junge habe vor Ort Erste Hilfe erhalten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der jordanische Zivilschutz am Dienstagabend mit.

Zudem erreichten salvadorianische Einsatzkräfte in der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) einen 44-jährigen Mann unter den Trümmern eines Einkaufszentrums in der Küstenstadt Maiquetía. Man habe den Mann noch während der Rettungsarbeiten über einen Schlauch mit Wasser versorgen können.

Am 24. Juni hatten zwei starke Erdbeben Venezuela erschüttert. Seitdem ist die Zahl der offiziell gemeldeten Toten auf mindestens 1.943 gestiegen, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, mit. Verletzt wurden demnach mehr als 10.500 Menschen.

Mehr als 6.400 Personen wurden von Suchmannschaften lebend gerettet, hieß es weiter. Die tatsächliche Zahl der Überlebenden liege wahrscheinlich eher bei 20.000, wenn die tausenden Menschen berücksichtigt würden, die unter Trümmern begraben waren und »entweder aus eigener Kraft oder mit der Hilfe von Freunden oder der Familie herauskommen konnten«, sagte Parlamentspräsident Rodríguez.

Die zwei Beben hatten sich am Mittwoch vergangener Woche im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5 auf der Richter-Skala, es gab dutzende Nachbeben. Tausende Menschen werden nach Angaben der UNO noch vermißt. Wie Rodríguez weiter mitteilte, wurden mindestens 855 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt.