KPL ehrt die »Spueniekämpfer«
Rote Nelken für die antifaschistischen Kämpfer der ersten Stunde
Am Samstag, dem 21. Oktober 2023 legte die KPL ein Gebinde mit roten Nelken am Denkmal »¡No Pasarán!« (Sie werden nicht durchkommen!) in Düdelingen-Gare-Usines nieder, um die »Spueniekämpfer« zu ehren, die ab Oktober 1936 von Luxemburg aus nach Spanien gingen, um die Republik mit der Waffe in der Hand gegen die faschistischen Putschisten von General Franco zu verteidigen.
Seit das Denkmal, das von Lucien Wercollier geschaffen wurde, besteht, hatte die KPL jedes Jahr an der von den »Amis des Brigades Internationales - Luxembourg« organisierten Gedenkfeier teilgenommen, obwohl die Kommunisten zunehmend ausgegrenzt und ihre historische Rolle beim Zustandekommen der Internationalen Brigaden systematisch unterschlagen wurde. Trautiger Höhepunkt war die Gedenkfeier vom vergangenen Jahr, als einer der offiziellen Redner unverfroren zur Solidarität mit dem Regime in Kiew aufgerufen hatte.
KPL-Präsident Ali Ruckert erinnerte in seiner Ansprache am Samstag daran, dass die Internationalen Brigaden im August 1936 auf Initiative der Kommunistischen Internationale zustande kamen. Insgesamt 40.000, vorwiegend junge antifaschistische und kommunistische Arbeiter, kämpfen in den Reihen der Interbrigaden, um die Republik gegen die spanischen und deutschen Faschisten zu verteidigen. Unterstützt wurden sie von mehr als 2.000 freiwilligen sowjetischen Militärberatern, Piloten und Panzerfahrern.
Aus Luxemburg gingen über 100 junge Männer, in ihrer Mehrzahl luxemburgische und italienische Berg- und Stahlarbeiter, nach Spanien, wo sie vorwiegend in die »Thälmann-« und die »Garibaldi-Brigade« eingegliedert wurden. Unter ihnen waren Anarchisten, Jungsozialisten, Antifaschisten, aber besonders viele Kommunisten.
Für eine ganze Reihe von ihnen war die Wohnung von KPL-Präsident Zénon Bernard in der Rue de l’Industrie (die heutige Zénon Bernard-Straße) in Esch/Alzette die erste Anlaufstelle, bevor sie von kommunistischen Helfern sicher über die französische Grenze nach Hagondange gebracht und von der Kommunistischen Partei Frankreichs weiter nach Spanien ins militärische Ausbildungszentrum der Interbrigaden geleitet wurden. Von den mehr als 100 Interbrigadisten fielen 18 im Kampf, acht blieben verschollen, 30 wurden zum Teil schwer verletzt.
Das Gesetz, das den »Spueniekämpfer« Gefängnis und die Aberkennung der Staatsbürgerschaft androhte, wurde 1937, fast zeitgleich mit dem Gesetzesprojekt, welches die KPL verbieten sollte (das »Maulkorbgesetz«), in der Chamber verabschiedet. Außer Kraft gesetzt wurde das Gesetz erst 66 Jahre später, am 16. Juli 2003. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch drei ehemalige Interbrigadisten aus Luxemburg am Leben.
Viele der »Spueniekämpfer«, der antifaschistischen Kämpfer der ersten Stunde, gehörten, nachdem sie aus Spanien zurückgekehrt waren, nach dem 10. Mai 1940 der kommunistischen Resistenz gegen die faschistischen deutschen Besatzer an. Als einzige politische Partei hatte die KPL sich nicht aufgelöst, sondern war in den Untergrund gegangen.

