Kaleidoskop06. Oktober 2026

Tote bei Starkregen in Spanien

von dpa/ZLV

Barcelona – Bei schweren Unwettern im Nordosten Spaniens nahe der Metropole Barcelona sind am Wochenende mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Ein Mensch starb, als eine Mauer auf einem Campingplatz in der Stadt Tordera einstürzte, teilte der Chef der Feuerwehr der Region Katalonien, David Borrell, mit. Ein weiterer Mensch sei in einer überfluteten Garage in Montornès del Vallès ertrunken.

Einsatzkräfte halfen Menschen, die wegen der schweren Überschwemmungen zum Beispiel in Granollers nördlich von Barcelona in ihren Fahrzeugen festsaßen. Nach den heftigen Niederschlägen am Wochenende wurde laut Feuerwehr am Sonntag zudem mindestens ein Mensch in der Provinz Barcelona vermißt. Bereits am Samstag war eine 102 Jahre alte Frau in dem Ort Madrigueras in der Region Kastilien-La Mancha in ihrem Haus ertrunken.

Spaniens Premier Pedro Sánchez sagte, die Lage in Katalonien bleibe »sehr kompliziert«. Er forderte die Menschen auf, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu vermeiden. Die Bewohner entlang der über die Ufer getretenen Flüsse Ridaura und Daro wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Vor allem über der bei ausländischen Touristen beliebten Metropole Barcelona und in angrenzenden Regionen im Norden des Landes waren am Samstag und in der Nacht zum Sonntag stellenweise mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden, teilte der regionale Wetterdienst Kataloniens, Meteocat, auf X mit. Viele Straßen, Keller und Erdgeschosse standen unter Wasser, Bäume wurden entwurzelt und Flüsse traten über die Ufer.

Auf Bildern aus der Stadt L'Hospitalet de Llobregat, die an Barcelona grenzt, waren überflutete Straßen und Menschen zu sehen, die durch knietiefes Wasser in ihren Häusern wateten. Dem spanischen Wetterdienst Aemet zufolge schwächten sich am Sonntagmittag die Unwetter in der Region Barcelona ab und bewegten sich Richtung Norden in die benachbarte Provinz Girona.

Der fortschreitende Klimawandel führt zu häufigeren und auch zu schwereren Extremwetterereignissen wie z.B. Stürmen und Starkregen. Vor allem das immer stärker aufgeheizte Mittelmeer, wo im vergangenen Sommer Wassertemperaturen von 33 Grad gemessen wurden, erhöht laut Aemet das Risiko extremer Regenfälle an Land.

Je höher die Wassertemperatur, desto mehr Wasser verdunstet. Über dem erhitzten Meer bilden sich dadurch große und extrem feuchtwarme Luftmassen. Treffen diese auf eine Kaltfront, kommt es zu extremen Regenfällen.