Kaleidoskop15. September 2026

Fährunglück in Indonesien

von dpa/ZLV

Jakarta – Innerhalb weniger Augenblicke wurde aus einer nächtlichen Überfahrt ein Kampf ums Überleben: Nach dem plötzlichen Kentern einer Fähre in Indonesien läuft die verzweifelte Suche nach den 129 Vermißten. Die Retter waren am Montag unter anderem mit Flugzeugen, mehr als einem Dutzend Schiffen sowie Rettungstauchern im Einsatz.

Die Fähre »Virgo Transport 8« war am Sonntag mit 243 Menschen an Bord auf dem Weg von der Großstadt Surabaya auf der Hauptinsel Java ins knapp 500 Kilometer entfernte Banjarmasin in der Provinz Süd-Kalimantan auf Borneo. Plötzlich geriet das Schiff vermutlich wegen extrem hohen Wellengangs in Seenot und kippte zur Seite. Später wurde es kieloben im Meer entdeckt. Sechs Menschen wurden tot geborgen, 108 weitere konnten lebend gerettet werden.

Augenzeugen berichteten von den dramatischen Momenten an Bord, als die Fähre mitten in der Nacht und innerhalb kürzester Zeit kenterte. Da hatte das Schiff etwa zwei Drittel der knapp 500 Kilometer langen Strecke zurückgelegt.

Die Retter befürchten, daß noch Passagiere im Innenraum eingeschlossen sein könnten. Die Marine entsandte erfahrene Taucher einer Spezialeinheit und eine Unterwasserdrohne.

Fähren sind im weltgrößten Inselstaat Indonesien ein wichtiger Teil des Verkehrsnetzes: In dem aus mehr als 17.000 Inseln bestehenden Archipel sind viele Menschen auf den Schiffsverkehr angewiesen. Aber immer wieder kommt es auch zu schweren Unglücken.

Die Schiffe transportieren Passagiere über teils stark befahrene und bei schlechtem Wetter auch raue Gewässer. Sicherheitsstandards werden dabei oft nur unzureichend durchgesetzt, zudem sind die Passagierschiffe häufig überfüllt.