Kultur11. Juni 2021

Sommerausgabe der Berlinale eröffnet

von dpa/ZLV

Zum Auftakt der Internationalen Filmfestspiele in Berlin ist an den Wert des Kinos erinnert worden. Wegen der Coronaviruspandemie mußten Filmtheater monatelang schließen. Kinos seien nicht nur für die Branche wichtig, sondern auch »für uns«, sagte der künstlerische Leiter Carlo Chatrian am Mittwochabend auf der Museumsinsel. Es sei wichtig, »Geschichten und Gefühle zu teilen«, betonte Chatrian.

Auf diesen Moment hätten alle sehr sehnsüchtig gewartet, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Endlich heiße es, wieder miteinander gespannt oder gerührt, nachdenklich oder amüsiert zu sein. »Endlich wieder großes Kino.« Die Berlinale sei das erste große kulturelle Großereignis in Deutschland nach Monaten des Lockdowns.

Wegen der Pandemie waren die Filmfestspiele diesmal geteilt worden. Nach einem digitalen Branchentreff im März werden jetzt Filmvorführungen fürs Publikum nachgeholt. Alle Filmvorführungen finden draußen statt, an mehreren Orten der Stadt. Das Publikum benötigt Masken und einen Coronatest.

Eröffnet wurde die Sommerausgabe der 71. Berlinale auf der historischen Museumsinsel. Gezeigt wurde das hochgelobte Guantanamo-Drama »The Mauritanian« von Regisseur Kevin Macdonald. Jodie Foster spielt darin die Anwältin Nancy Hollander, die einen willkürlich in dem Folterlager der USA auf Kuba gefangengehaltenen Mauretanier unterstützt. Der Film basiert auf dem Guantanamo-Tagebuch von Mohamedou Ould Slahi.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt. Zur Eröffnung kamen beispielsweise die Schauspielerinnen Iris Berben und Natalia Wörner sowie ihre Kollegen Ulrich Matthes und Albrecht Schuch. Oscar-Preisträgerin Jodie Foster kam nicht nach Deutschland. Die nächste Berlinale soll im kommenden Jahr wieder im Februar stattfinden.