Kaleidoskop27. August 2026

Sturzflut in Nepal

von dpa/ZLV

Kathmandu – Nach einer heftigen Sturzflut in der Gebirgsregion von Nepal werden Hunderte Reisende vermißt. Insgesamt würden 384 Touristen, darunter mehr als 290 Ausländer vermißt, sagte der leitende Beamte Santosh Panta von der nationalen Tourismusorganisation Nepal Tourism Board. Der Großteil der Vermißten stammt aus dem Nachbarland Indien.

Die Zahl der Toten infolge der Flutwelle erhöhte sich im Lauf des Tages auf 22, sagte der Leiter der Polizei der Provinz Bagmati. Es werde noch eine Zeit dauern, bis genauere Daten zu Vermißten und zum Ausmaß der Schäden vorlägen. Bestätigt wurde, daß 26 Polizeibeamte in den betroffenen Hochgebirgsgebieten nahe der Grenze zu Tibet als vermißt galten.

Laut Berichten der Zeitung »The Kathmandu Post« und anderer nepalesischer Medien richteten die Wasser- und Schlamm-Massen große Zerstörungen in Ortschaften und an Infrastruktur entlang des Flusses Bhotekoshi an, der im Hochland von Tibet entspringt und die nepalesische Provinz Bagmati durchfließt. Unter anderem seien Häuser und Brücken weggespült oder beschädigt worden.

Nepals Regierungschef Balendra Shah kündigte den Einsatz der Armee und weiterer Sicherheitskräfte für die Rettungsmaßnahmen an. Die Behörden gaben für die flußabwärts gelegenen Gebiete in dem Himalaja-Staat eine Katastrophenwarnung heraus.

Unklar war zunächst, was die Sturzflut ausgelöst hat. Nicht ausgeschlossen wurde, daß ein sogenannter Gletscherseeausbruch dazu geführt haben könnte. Dabei entleert sich plötzlich ein Gletschersee in Form von Flutwellen.

Die Schlammlawine habe die Straßen zu dem Grenzübergang sowie die Stromzufuhr und Kommunikationsverbindungen abgeschnitten, berichtete Chinas Nachrichtenagentur Xinhua.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte, die Vermißten mit allen Mitteln zu suchen und Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, schreibt Xinhua. Zudem mahnte er, das Frühwarnsystem zu stärken.