Ausland03. August 2021

Impfziele werden nicht erreicht

Laut WHO sind die armen Länder beim Zugang zu Covid-19-Impfstoffen am meisten benachteiligt

von PL/Cubadebate/ZLV

Die Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Ägypten, Gaeema Al Gasseer, beklagte am Sonntag die mangelnde Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen für die ärmsten Länder.

Ursprünglich sollten über den sogenannten »Covax«-Mechanismus, eine zu diesem Zweck ins Leben gerufene globale Initiative, zwei Milliarden Dosen an diese Länder verteilt werden, aber diese Zahl wurde nicht erreicht, weil die Produktion geringer ist als die Nachfrage, sagte sie in einem Interview mit der Tageszeitung »Al Ahram«.

Gaeema Al Gasseer erklärte, das Ziel sei gewesen, bis September 2021 10 Prozent der Weltbevölkerung zu impfen, bis Dezember 40 Prozent und bis zum nächsten Jahr 70 Prozent. Von dem Erreichen dieser Zielstellungen seien wir weit entfernt. Als Beispiel nannte sie Afrika, wo bisher kaum mehr als ein Prozent der Bevölkerung geimpft worden ist.

In Ägypten seien Fortschritte bei der Bekämpfung der Pandemie zu verzeichnen, die auch von der WHO anerkannt werden. Alle Sektoren arbeiteten zusammen, um die Bedrohung zu bekämpfen, sagte sie.

Gesundheitsministerin Hala Zayed gab letzte Woche bekannt, daß das nordafrikanische Land in den letzten fünf Monaten des Jahres mehr als 148 Millionen Dosen des Impfstoffs Covid-19 erhalten wird, das sei ausreichend, um 83,7 Millionen Menschen zu impfen. In diesem Zeitraum werden 20 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V, die gleiche Anzahl von Johnson & Johnson, 35,6 Millionen von AstraZeneca und 2,4 Millionen von Pfizer ins Land kommen. Zusätzlich, so betonte die Gesundheitsministerin, werde Ägypten die notwendigen Komponenten für die Herstellung von 70,2 Millionen Dosen des chinesischen Sinovac erhalten.