Kaleidoskop29. August 2026

Viele Opfer nach Sturzflut im Himalaja

von dpa/ZLV

Kathmandu/Beijing – Im Katastrophengebiet im Himalaja ist die Zahl der Toten an Tag zwei nach der verheerenden Sturzflut auf mehr als 500 Menschen gestiegen. Vermißt werden in der Gebirgsregion zwischen China und Nepal weiterhin mehr als 1.400 Personen, darunter auch Hunderte ausländische Touristen. Die Gefahr für Menschen und Rettungskräfte bleibt extrem hoch. Chinas Ministerpräsident Li Qiang, den Staatschef Xi Jinping ins Krisengebiet geschickt hatte, sprach von »vielen Todesopfern«.

Wie hoch die Gefahr in dem Gebiet weiterhin ist, zeigte sich an einem neu entstandenen See oberhalb des Grenzpostens Gyirong. Seit Donnerstag stieg dort der Wasserspiegel, nachdem sich infolge der Katastrophe ein natürlicher Damm gebildet hatte. Sollte der Damm brechen, droht eine weitere Sturzflut.

Chinas Rettungskräfte, die sich durch Geröll und unwegsames Gelände zu dem schwer verwüsteten Grenzposten vorkämpften, stellten ihre Arbeiten aus Sicherheitsgründen vorübergehend ein. Wasser floß wie befürchtet aus dem See ab. Kurze Zeit später reagierten die Behörden in Nepal. Die Polizei schlug mit einer Warnung auf der Plattform X Alarm und forderte Einsatzkräfte auf, sich in Sicherheit zu bringen.

»In der Stadt Bidur wurde um die Mittagszeit eine Sturzflutwarnung ausgegeben«, berichtete ein dpa-Reporter vor Ort. Bidur liegt in Nepal am Oberlauf des Flusses Trishuli. Anwohner, die direkt am Ufer des Trishuli wohnten, wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Straße, die nach unten zum Flußufer führe, sei komplett gesperrt worden, sagte der dpa-Reporter. Mitglieder der Organisation Nepal Scout hätten ihm erzählt, daß die Sturzflut vom Mittwoch dort große Zerstörungen angerichtet habe. Die neue Flutwarnung sei eine Vorsichtsmaßnahme, sagte einer der Scouts.

Die Armee in Nepal verwies auf sehr gefährliche Bedingungen im Katastrophengebiet. Entlang des Flusses Trishuli, durch den sich in der Region die Sturzflut ergoß, stehen mehrere Staudämme, an denen Menschen vermißt wurden.

Laut ersten Meinungen von Experten soll ein Gletscherabbruch das Unglück ausgelöst haben – was eine gewaltige Eis- und Gerölllawine ausgelöst habe.