Kaleidoskop19. Oktober 2023

Erster Raketenstart in deutscher Nordsee für 2024 geplant

von dpa/ZLV

In der deutschen Nordsee ist für April nächsten Jahres der erste Start einer Rakete geplant. Das kündigte Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), am Mittwoch auf einem Weltraumkongreß des Industriellenverbandes in Berlin an. Im Rahmen eines Vorführfluges solle erstmals eine Rakete des niederländischen Unternehmens T-Minus von einer mobilen Startplattform der »German-Offshore Spaceport Alliance« in der Nordsee abheben.

Künftig sollten europäische Microlauncher – das sind Miniraketen – von der Plattform starten und Satelliten ins All transportieren. Die Initiative für dieses Vorhaben habe der Industriellenverband bei seinem ersten Weltraumkongreß vor vier Jahren gestartet.

Die Rakete soll von einem Spezialschiff mit Startrampe ins All »geschossen« werden – das ist dann der deutsche Weltraumbahnhof. Heimathafen des Schiffs soll nach BDI-Angaben Bremerhaven sein. Der Startpunkt für die Rakete befinde sich im sogenannten Entenschnabel der ungefähr 350 Kilometer vor der Küste gelegenen Ausschließlichen Deutschen Wirtschaftszone. Als Entenschnabel wird der entlegenste Winkel der Zone bezeichnet, in der Deutschland noch bestimmte Hoheitsrechte hat. Zum Betreiberkonsortium der Spaceport Alliance gehört das deutsche Raumfahrtunternehmen OHB mit Sitz in Bremen.

Russwurm forderte zugleich von der deutschen Regierung »größere Ambitionen in der Raumfahrtpolitik«. Hintergrund ist »New Space«, eine zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt, an der sich auch Luxemburg zu beteiligen versucht. Russwurm: »In immer mehr Branchen gilt: Wer im All nicht vorne mit dabei ist, wird auf der Erde kein Technologieführer sein.«