Luxemburg31. Januar 2026

Der Mouvement Ecologique fordert Überarbeitung des PAN-Bio 2030

Der Biolandbau muss schneller vorangebracht werden

von Ali Ruckert

Ende Dezember 2025 veröffentlichte das Landwirtschaftsministerium den seit langem angekündigten Aktionsplan zur Bio-Landwirtschaft »PAN-Bio 2030« ohne sich zuvor mit den betroffenen Akteuren des Sektors ausgetauscht zu haben.

Dem Mouvement Ecologique zufolge bleibt der Aktionsplan weit hinter den Notwendigkeiten zurück, obwohl gewußt ist, dass der Biolandbau, der auch aus gesundheitlicher Sicht zu bevorzugen ist, die Biodiversität weitaus stärker schützt als die konventionelle Landwirtschaft, die in ihrer heutigen Form zur Zerstörung natürlicher Lebensräume und dem Artenrückgang beiträgt.

Warum werden nicht-staatliche Akteure nicht eingebunden?

Verwiesen wird darauf, dass der vorangegangene Aktionsplan zum Ziel hatte, bis Ende 2025 den Biolandbau auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche auszubauen, was aber nicht gelang. In diesem Zusammenhang wird auch kritisiert, dass die derzeitigen Strukturen im Landwirtschaftsministerium im Bereich Biolandbau bei weitem unterentwickelt und unzureichend sind, während gleichzeitig kaum Wert daraufgelegt wird, nicht-staatliche Akteure, die viel Erfahrung und beste Kenntnisse haben, in die Umsetzung von Maßnahmen im Biolandbau einzubinden.

Obwohl nur etwa 12 Prozent erreicht wurden, wolle die Regierung es für die Zukunft bei einem bescheidenen Ausbauziel von einem Prozent im Jahr belassen. Das erklärt wohl auch, weshalb das Landwirtschaftsministerium die Bestimmung des vorangegangenen Plans, bis spätestens zum Jahr 2050 sollte eine vollständige biologische Landwirtschaft erreicht werden, bisher nicht bekräftigte.

Kritisiert wird in der Stellungnahme des Mouvement Ecologique, dass der Bioaktionsplan zwar sehr eng mit anderen staatlichen Vorgaben wie etwa dem Nationalen Naturschutzplan, dem Wasserwirtschaftsplan, dem Agrargesetz und dem nationalen Klima- und Energieplan verknüpft ist, aber im Bioaktionsplan mit Ausnahme des Ernährungsplans keine Erwähnung finden. Gefordert wird, dass das in Zukunft geschieht und dass dargelegt wird, wie diese Pläne zur stärkeren Förderung des Biolandbaus beitragen können.

Junglandwirte für Biolandbau als Standard-Zukunftsmodell gewinnen

Bedauert wird, dass Hofübergaben und Hofneugründungen in der Landwirtschaft im neuen Aktionsplan gar nicht als Hebel für mehr Biolandbau genannt, geschweige denn genutzt werden sollen, obwohl das wichtige Momente seien, um Junglandwirte für mehr Biolandbau zu gewinnen und ihnen die biologische Landwirtschaft mit entsprechenden Beihilfen, Kapital, Beratung und Ausbildung als Standard-Zukunftsmodell und nicht als lediglich eine Option schmackhaft zu machen. Ziel müsste es zudem sein, Produktion und Vermarktung gemeinsam fortzuentwickeln und den Produzenten und Verarbeitern eine ausreichend sichere Abnahmegarantie zu gewähren.

Bedauern tut der Mouvement Ecologique, dass im öffentlichen Kantinenbereich aktive Gesellschaft Restopolis Supply4Furure ohne jedwede Unterstützung des Erziehungsministeriums und des Landwirtschaftsministeriums geschaffen wurde und funktioniert, und die vier staatlichen Pilotprojekte, die derzeit funktionieren, in erster Linie auf Regionalität nicht aber auf Biolandbau setzen, was laut Mouvement Ecologique der Fall sein müsste. Ziel müsste es sein bis 2030 in allen öffentlichen Strukturen den Anteil von Biolebensmitteln deutlich auszubauen, weit über die im PAN-Bio angeführten 15 Prozent hinaus – auch aus gesundheitlichen Gründen.

Aus all diesen Gründen befürwortet der Mouvement Kurskorrekturen eine Überarbeitung des PAN-Bio 2030, um ihm mehr Schlagkraft zu verleihen, um den Biolandbau schneller voranzubringen, auch um die Biodiversitätsziele zu erreichen, die Gewässer und das Trinkwasser besser zu schützen und die Lebensmittelsicherheit im Interesse der öffentlichen Gesundheit zu verbessern.