Kaleidoskop20. November 2025

Jagdminister bläst zum Halali auf bayrische Biber

von dpa/ZLV

München – Biber sind streng geschützte Tiere, auch in Deutschland. Trotzdem hat sich Bayerns Jagd- und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger für einen unkomplizierten Abschuß der Tiere bei regionalen Problemen ausgesprochen. »Ich höre immer wieder von Landwirten und Gemeinden vor Ort, daß sie Biberprobleme haben. Also auch hier haben wir die Lösung, die Landratsämter können den Biberabschuß genehmigen«, sagte der Präsident der bayrischen Regierungspartei Freie Wähler.

Rechtlich stehe dem »fast nichts im Weg, sofern Infrastruktur, Kläranlagen, Abwassernetze und so weiter durch diese Wühltätigkeit und Staudammtätigkeit gefährdet« seien, so Aiwanger. Während der eine oder andere darüber schmunzeln möge, würden Grundstückseigentümer und Gemeinden, die die Schäden hätten, Sturm laufen. »Also auch hier haben wir Lösungen. Bitte Anträge stellen! Und bitte, liebe Jäger, dann auch die Dinge zu entnehmen.« Mit »Dinge« scheint der Minister die Tiere zu meinen.

Biber (Castoridae) sind im heutigen Bayern seit ungefähr 15 Millionen Jahren heimisch und wird heute streng geschützt – fast war das Tier ausgerottet. Dank Schutzmaßnahmen erholte sich die Art wieder. Laut dem deutschen Naturschutzgesetz ist es verboten, Bibern nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten sowie Burgen und Dämme zu beschädigen oder zu zerstören. Er ist zudem in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU als strenggeschützte Art aufgeführt.

Der Biber spielt bei der Artenvielfalt eine wichtige Rolle: Er schafft Lebensräume für andere seltene Arten und trägt zum Hochwasserschutz und zur Renaturierung von Auen bei. Genehmigungen zur Entnahme von Dämmen dürfen in Deutschland ausschließlich die Naturschutzbehörden erteilen.

Die Polizei in Niederbayern sucht derzeit nach dem Fund eines schwerverletzten Bibers nach dem Täter. Sie prüft, ob das Tier womöglich illegal angeschossen wurde. Der Biber sei am vergangenen Samstag bei Mallersdorf-Pfaffenberg im bayrischen Landkreis Straubing-Bogen schwerverletzt und mit einer Schußwunde gefunden worden, teilte die Polizei mit.

Wer das Tier verletzt hatte, ist noch unbekannt. Der Biber mußte nach dem Fund demnach aufgrund seiner schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Sein Kadaver wurde von der Polizei sichergestellt und soll nun weiter untersucht werden, um die genaue Ursache der ursprünglichen Verletzungen zu klären. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutz- und das Naturschutzgesetz.