Möglicher neuer Zwergplanet jenseits von Pluto entdeckt
Tucson – Vor 20 Jahren klassifizierte die in Paris ansässige Internationale Astronomische Union (IAU) den kleinen Planeten Pluto zu einem Zwergplaneten um. Nun haben Forscher jenseits von Pluto einen weiteren möglichen Zwergplaneten in unserem Sonnensystem entdeckt. Er wird als 2026 ED138 bezeichnet. Der Wissenschaftler Matthew Holman habe den Kandidaten gefunden, teilte das erst kürzlich in Betrieb gegangene Vera-C.-Rubin- Observatorium auf dem nordchilenischen Andengipfel Cerro Pachón mit.
Obwohl noch nicht im Regelbetrieb hatte das Observatorium in den Anden schon Anfang 2026 Daten zu weit entfernten Himmelskörpern gesammelt, die nun nach und nach ausgewertet werden. Dabei habe Forscher Holman am 13. Oktober ein ungewöhnlich helles, aber weit entferntes Objekt entdeckt. Daraus schloß er, daß es groß ist, aber nicht groß genug, um ein Planet zu sein.
»Meine erste Reaktion war eine Mischung aus Begeisterung und Ungläubigkeit«, sagte Holman. Er habe die Daten anschließend noch genauer analysiert, um Fehler auszuschließen. Der eisige Himmelskörper hat demnach wohl einen Durchmesser zwischen 600 und 1.500 Kilometer.
Anhand von Beobachtungen, die bis ins Jahr 2016 zurückreichen, konnte dann die Umlaufbahn von ED138 bestimmt werden. Der mögliche neue Zwergplanet befindet sich demnach derzeit in einer Entfernung von ca. 46 Astronomischen Einheiten (AE) von der Sonne entfernt. Eine Astronomische Einheit entspricht dem durchschnittlichen Abstand zwischen Erde und Sonne. Zum Vergleich: Der Zwergplanet Pluto liegt 40 AE entfernt.
Objekte wie ED138 seien sehr selten, sagte Forscher Holman. Als Zwergplaneten werden Objekte definiert, die massereich genug sind, damit ihre eigene Schwerkraft ihnen eine runde Form verleiht. Anders als Planeten haben Zwergplaneten ihre Umlaufbahn jedoch nicht von kleineren Objekten freigeräumt. Bislang wurden von der Internationalen Astronomischen Union nur fünf Zwergplaneten in unserem Sonnensystem anerkannt: Pluto, Ceres, Eris, Haumea und Makemake.
Dem nach Vera C. Rubin benannten Observatorium zufolge liegt ED138 in einer Himmelsregion, in der sich Millionen von Sternen befinden. Wahrscheinlich aufgrund der Menge der Lichtquellen sei ED138 lange unentdeckt geblieben.

