Aus den Betrieben03. November 2026

400 Millionen Euro an Dividenden für die Aktionäre, aber:

Cactus verweigert angemessene Lohnerhöhungen für die Beschäftigten

von Ali Ruckert

Ende vergangener Woche verteilte der OGBL in den Cactus-Filialen Belle Etoile und Bascharage ein Flugblatt an die Beschäftigten, um sie davon in Kenntnis zu setzen, dass die Geschäftsführung der Einzelhandelskette sich seit Monaten weigert, im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen ernsthafte Gespräche über echte Lohnerhöhungen für die Beschäftigten zu führen.

Die Geschäftsführung will sich auf Almosen beschränken, etwa in Zusammenhang mit der Anwesenheit am Arbeitsplatz, vertritt darüber hinaus aber die Ansicht, dass sich keine Lohnerhöhungen ausdrängen, da die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns über eine Steuergutschrift des Mindestlohnes und die Indexierung der Löhne ausreichen würden, um die Kaufkraft zu verbessern.

Das ist eine Frechheit, denn bekanntlich sind die staatlichen Maßnahmen lediglich dazu da, den Verlust an Kaufkraft zu kompensieren, nicht aber, um die Arbeitskraft der Beschäftigten besser zu entlohnen, wofür nicht die öffentliche Hand, sondern der Patron zuständig ist.

Ohne die Beschäftigten keine Kunden, kein Umsatz, kein Gewinn

Die Gewerkschaft verweist darauf, dass es jeden Tag die Kassiererinnen, Abteilungsmitarbeiter, Logistiker, Metzger, Bäcker, Verwaltungsteams und alle anderen Beschäftigten sind, die das Unternehmen am Laufen halten – trotz der ungünstigen Arbeitszeiten an Wochenenden, sonntags und in Zeiten mit hohem Arbeitsaufkommen.

Doch wenn es darum gehe, ihre Arbeit anzuerkennen, verschließe die Geschäftsleitung die Tür. Ganz offensichtlich scheint sie zu vergessen, dass es ohne die Belegschaften keine Kunden, ohne Kunden keinen Umsatz (in Milliardenhöhe), und ohne Umsatz keinen Gewinn gibt. Fazit: Ohne die Beschäftigten gäbe es gar keinen Cactus, denn es sind die Lohnabhängigen, die bei Cactus den Reichtum schaffen.

Was die Beschäftigten verlangen, ist eine Entlohnung, die ihrem Engagement und ihrer Arbeit gerecht wird, heißt es im Flugblatt es OGBL.

Die Realität heute ist eine andere, denn die wenigen Aktienbesitzer von Cactus (die Familie Leesch) verteilten in den vergangenen drei Jahren Dividenden in Höhe von knapp 400 Millionen Euro unter sich, was der gesamten Lohnmasse von 4.500 Beschäftigten entspricht.

Daran sieht man, wie stark die Ausbeutung der Beschäftigten bei Cactus ist und wie sich einige wenige Kapitalisten auf dem Rücken der vielen Beschäftigten bereichern. Es ist ein Beispiel, das deutlich macht, wie der ganz gewöhnliche Kapitalismus funktioniert!