Kaleidoskop18. Oktober 2023

Nach Anschlag in Brüssel Verdächtiger von Polizei erschossen

von dpa/ZLV

Ein von der Polizei angeschossener mutmaßlicher Attentäter, der am Montagabend in Brüssel zwei Schweden getötet haben soll, ist tot. Das teilte das Krisenzentrum der belgischen Regierung am Dienstag auf X mit. Der mutmaßliche Islamist war nach nächtlicher Fahndung am Morgen von der Polizei niedergeschossen worden. Bei dem Verdächtigen wurde den Angaben zufolge eine Waffe gefunden, die die des Anschlags vom Montagabend sein könne. Auch Innenministerin Annelies Verlinden bestätigte den Tod des mutmaßlichen Attentäters. »Der Täter ist identifiziert und tot«, teilte sie auf X mit.

Die Ermittler gehen auch Hinweisen auf ein islamistisches Motiv nach. Der mutmaßliche Attentäter war den Behörden bekannt: Man könne bereits jetzt sagen, daß es sich um einen 45-jährigen Tunesier handle, der im November 2019 in Belgien Asyl beantragt habe, sagte am frühen Morgen Justizminister Vincent van Quickenborne. Er sei der Polizei im Zusammenhang mit Menschenhandel, illegalem Aufenthalt und Gefährdung der Staatssicherheit aufgefallen.

Die beiden schwedischen Fußballfans starben rund fünf Kilometer entfernt vom Brüsseler Fußballstadion, wo die Nationalmannschaften Belgiens und Schwedens in einem EM-Qualifikationsspiel gegeneinander spielten. Ein drittes Opfer, ein Taxifahrer, ist inzwischen außer Lebensgefahr. Noch am Montagabend wurde die höchste Terrorwarnstufe für Brüssel ausgerufen. Im Rest Belgiens wurde sie auf die zweithöchste Stufe gesetzt.

Die belgische Staatssekretärin für Asyl und Migration, Nicole de Moor, sagte, der mutmaßliche Täter habe im November 2019 Asyl beantragt. »Er erhielt im Oktober 2020 einen negativen Bescheid und verschwand kurz darauf vom Radar.« Eine von Spezialeinheiten der Polizei durchgeführte Hausdurchsuchung im Brüsseler Quartier Schaerbeek blieb nach Angaben des Bundesanwalts Frédèric Van Leeuw noch ohne Erfolg. »An der angegebenen Adresse wurde niemand angetroffen.« Aus Sicherheitsgründen sei das gesamte Gebäude mit 20 Wohnungen von der Polizei durchsucht worden. Weitere Ermittlungen seien im Gange.