Biber bauen Damm, der viel Geld gekostet hätte
Prag – Eine Biberfamilie hat in Tschechien bei der Revitalisierung eines Bachlaufs geholfen – und damit Naturschützern viel Geld und Arbeit erspart. Die fleißigen Nager hätten am Fluß Klabava einen Damm gebaut und so ein Sumpfgebiet erschaffen, sagte der Leiter des Landschaftsschutzparks Brdy, Bohumil Fiser, nach Angaben der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Der frühere Truppenübungsplatz Brdy liegt rund 50 Kilometer südwestlich von Prag.
Wo die Biber ihren Damm gebaut haben, fließt die Klabava durch einen künstlich angelegten Kanal an einem großen Fischteich vorbei. Naturschützer, das Wasserwirtschaftsamt, Kommunen und Forstbetriebe hatten jahrelang darüber diskutiert, ob und wie der Fluß in seinen natürlichen Lauf zurückversetzt werden könnte. Doch die Biber machten nun kurzen Prozeß.
Ein Biber könne in einer einzigen Nacht bauen, wofür der Mensch mit einem Bagger eine Woche brauche, sagte Fiser dazu im tschechischen Fernsehen CT. Der Mensch müsse zudem erst Genehmigungen einholen, wasserrechtliche Entscheidungen abwarten und Fördergelder einwerben. Fiser schätzte die Einsparungen durch den Biberbau auf umgerechnet bis zu 1,2 Millionen Euro.
Die nützliche Biberfamilie im Landschaftsschutzpark Brdy besteht demnach aus den Eltern und zwei Generationen von Jungtieren. Anfang des 19. Jahrhunderts galt der Eurasische Biber (Castor fiber) in Tschechien als ausgerottet. Erst vor zwei bis drei Jahrzehnten wanderten wieder Biber aus den umliegenden Ländern ein. Inzwischen wird die Population auf rund 15.000 Tiere geschätzt.

