Luxemburg11. Juni 2021

Fünf Millionen Euro für die Kultur

Ministerin bilanziert kulturellen Teil von »Neistart Lëtzebuerg«. Zugang zu Unterstützung für Künstler vereinfacht

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Im Rahmen des Ende Mai vergangenen Jahres von der Regierung aufgelegten Programms »Neistart Lëtzebuerg« sind bislang fünf Millionen Euro an mehr als 220 Kultureinrichtungen, Künstler und Künstlerkollektive geflossen, um ihnen durch die Coronakrise zu helfen. Das erklärte am Donnerstag Kulturministerin Sam Tanson auf einer Pressekonferenz. Die Pandemie habe aufgezeigt, wie »vulnerabel« der Kultursektor sei, sagte die Ministerin, die staatlichen Hilfen lobte sie als kurzfristig zielgerichtet und längerfristig nachhaltig.

Von den fünf Millionen Euro – pro Einwohner sind das weniger als acht Euro! – seien anderthalb Millionen allein an 29 Veranstalter gegangen, die zwischen dem 14. März und dem 1. Juni 2020 pandemiebedingt absagen mußten. 720.000 Euro gingen für zwölf Projekte an neun regionale Museen, 460.000 Euro an vier Kulturerbestätten. Der Rest von 2,32 Millionen Euro ging an viele verschiedene bildende und/oder darstellende Künstler und Künstlerkollektive.

Zur vergangene Woche vom Regierungsrat beschlossenen Vereinfachung der Förderung bildender oder darstellender Voll- oder Teilzeitkünstler, die praktische Erfahrungen sammeln, sich in ihrer Kunst weiterbilden oder umorientieren wollen, hieß es gestern, die Stipendien des Ministeriums würden nicht mehr wie bisher ausschließlich projektbezogen vergeben. Auch sei der administrative Aufwand bei der Antragstellung vereinfacht worden. Anträge auf Förderung, von denen zwei pro Kalenderjahr gestellt werden dürfen, können nur noch per E-Mail beim Kulturministerium eingereicht werden. Pro Jahr werde es mindestens drei vom Ministerium festgelegte Termine zur Einreichung der Förderanträge geben. Über die Höhe und den Auszahlungsmodus des Stipendiums wird nach wie vor auf Grundlage der eingereichten Unterlagen und eines Gutachtens einer beratenden Kommission Antrag für Antrag per ministeriellen Beschluß entschieden.

Bisher heißt es auf der Internetseite des Kulturministeriums, die Stipendien seien projektbezogen und dienten nicht etwa der Förderung des »normalen« künstlerischen Schaffens. Auch waren »Personen, deren Haupttätigkeit darin besteht, rein kommerziellen oder Werbezwecken dienende oder zu solchen Zwecken verwendete Werke (…) zu schaffen«, von der Förderung ausgeschlossen. Gleiches galt für Pornografie oder »Werke«, die zu Gewalt oder Rassenhaß aufrufen, die versuchen, Verbrechen gegen die Menschheit zu rechtfertigen oder die »ganz allgemein ordnungs- und sittenwidrig« seien.