Luxemburg21. September 2023

1.900 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

Handwerkerverband warnt vor Pleiten und Entlassungen im Hochbau

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Ende August waren in Luxemburg 1.903 Männer und Frauen mehr bei der Adem als arbeitsuchend eingeschrieben als vor einem Jahr. Die Zahl der Betroffenen sei seit August 2022 um ein Siebtel (13,4 Prozent) auf nun 16.056 gestiegen, teilte die Agence pour le développement de l'emploi am Mittwoch mit. Die vom nationalen Statistikamt Statec wie immer um »saisonale Effekte bereinigte« Arbeitslosenquote sei gegenüber dem Vormonat von 5,2 auf 5,3 Prozent gestiegen.

Am stärksten sei die Arbeitslosigkeit unter gutausgebildeten Schaffenden mit einem Hochschulabschluß und unter jungen Schaffenden unter 30 Jahren gestiegen. Verglichen mit anderen Berufen seien vor allem Schaffende aus den Bereichen Sekretariat und Assistenz, Nahrungsmittelproduktion und Gastronomiedienstleistungen, Buchhaltung und Management sowie Neu- und Umbau von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen.

Wie es weiter hieß, gab es auch im August mehr Neueinschreibungen als vor einem Jahr. Von den 2.509 Einwohnern, die sich im Vormonat arbeitslos gemeldet haben, seien 90 Flüchtlinge aus der Ukraine gewesen. Die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen, die eine Entschädigung in voller Höhe erhalten, sei verglichen mit dem Vorjahresaugust um 1.717 Personen oder fast ein Viertel auf 8.722 gestiegen, während die Zahl der Arbeitslosen, die vorübergehend aus der Statistik geflogen sind, weil sie an einer Beschäftigungsmaßnahme teilnahmen, mit 3.959 um 101 Personen oder 2,5 Prozent unter dem im August des Vorjahres gemessenen Wert gelegen habe.

Die Zahl der neuangebotenen freien Stellen sei innerhalb eines Jahres um mehr als ein Fünftel (21,6 Prozent) auf nur noch 3.164 gefallen. Betroffen seien vor allem der Informations- und Kommunikationssektor, der Finanzsektor inklusive Versicherungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie »sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen«. Zum letztgenannten Sektor zählt die Adem auch Zeitarbeitsfirmen. Die Zahl der unbesetzten Posten lag Ende August bei 9.088. Hier betrug der Rückgang im Jahresvergleich 32,4 Prozent.

Auch die Handwerkerföderation erklärte gestern, die Lage im Hochbau verschlechtere sich immer mehr. Das bisherige Maßnahmenpaket der Regierung für Bauunternehmen sei noch nicht genug. »Wie es derzeit aussieht, wird die Baubranche spätestens Anfang nächsten Jahres mit ernsthaften konjunkturellen Problemen konfrontiert sein, die Insolvenzen und Entlassungen nach sich ziehen werden«, warnt die Fédération des Artisans.