Kaleidoskop16. Oktober 2024

Sieben neue Baumfroscharten auf Madagaskar entdeckt

von dpa/ZLV

Braunschweig – Fiep, fiep, fiep: In den Regenwäldern Madagaskars haben Wissenschaftler sieben neue Baumfroscharten entdeckt, die ungewöhnliche Laute von sich geben. Anstatt zu quaken, stoßen sie hohe Pfeiflaute aus, die an Soundeffekte aus der Science-Fiction-Serie »Star Trek« erinnern. Entsprechend gaben die Forscher den Fröschen im Fachblatt »Vertebrate Zoology« wissenschaftliche Namen, über die sich vor allem Trekkies freuen dürften.

Die Arten der Gattung Boophis geben bei der Kommunikation mit anderen Fröschen vogelähnliche Pfeiftöne von sich. Ähnliche Klänge würden als Soundeffekte in »Star Trek« verwendet, findet die Forschergruppe unter der Leitung von Miguel Vences von der Technischen Universität Braunschweig in Norddeutschland. Konkret könnten bei Star-Trek-Fans Erinnerungen an die Geräusche des Tricorders wachwerden.

»Also haben wir die Frösche nach James T. Kirk, Jean-Luc Picard, Benjamin Sisko, Kathryn Janeway, Jonathan Archer, Michael Burnham und Christopher Pike benannt – sieben der bekanntesten Captains aus der Serie«, sagte Vences. Nicht-Trekkies könnten hingegen eher an Vogeltrillern oder Insektentöne denken.

Nicht nur akustisch fühlte sich die Forschungsgruppe an »Star Trek« erinnert: Auch das Verbreitungsgebiet der Frösche führte in ferne Welten. So hätten die Forscher Expeditionen zu abgelegenen Wäldern und Berggipfeln unternehmen müssen, um einige der neuen Arten zu finden. »Dies entspricht im eigentlichen Sinn wissenschaftlicher Entdeckung, was unserer Meinung nach dem Geist von Star Trek widerspiegelt«, ergänzte Koautor Mark Scherz vom Naturhistorischen Museum Dänemarks an der Universität Kopenhagen.

Bei den seltsamen Lauten der Frösche handelt es sich um Werberufe: einer Art der Selbstdarstellung, die Weibchen Informationen über die Eignung des Männchens als Partner vermitteln kann. Die hohen Tonlagen könnten der Tatsache geschuldet sein, daß die Tiere an schnellfließenden Bächen in Gebirgsregionen Madagaskars leben.

»Würden die Frösche einfach nur quaken wie die uns vertrauten europäischen Frösche, wären sie eventuell vor dem Hintergrund des lauten Rauschens des Wassers der Flüsse, in deren Nähe sie leben, nicht zu hören. Ihre hochfrequenten Triller- und Pfeiftöne heben sich akustisch von all dem Lärm ab«, erklärte Jörn Köhler vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt, der an der Analyse beteiligt war.