Auslands-Nachrichten
Kubas Präsident warnt USA vor militärischer Eskalation
»Wir wollen keinen Krieg«
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat die USA davor gewarnt, den Konflikt zwischen den beiden Ländern militärisch zu eskalieren. »Wenn das passiert, wird es Kämpfe geben, und es wird einen Widerstand geben, und wir werden uns verteidigen, und wenn wir sterben müssen, werden wir sterben, denn wie unsere Nationalhymne sagt: ‚Für das Vaterland zu sterben, heißt, zu leben‘«, sagte er in einem Interview des US-amerikanischen Senders NBC News. »Wir wollen keinen Krieg«, betonte er und wiederholte seine Bereitschaft für Gespräche mit Washington.
Auf die Frage nach »zentralen Forderungen der USA« zum politischen System und der verfassungsmäßigen Ordnung sagte Díaz-Canel, solche Forderungen seien an Kuba nicht gestellt worden. Derartige Fragen seien »nicht Gegenstand von Verhandlungen mit den USA«. Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit schärferem Vorgehen gegenüber Kuba gedroht und von einer möglichen »Übernahme« gesprochen.
Die USA belegen Kuba seit über 65 Jahren mit einer umfassenden Blockade, die seit drei Monaten durch ein Ölembargo dramatisch verschärft wird. Kuba leidet unter akuter Energieknappheit, häufigen Stromausfällen und Versorgungsengpässen.
Ende März erhielt das Land erstmals seit Monaten wieder eine Öllieferung aus Rußland, nachdem andere Lieferanten unter Druck der USA abgesprungen waren. Das Schiff brachte rund 100.000 Tonnen Rohöl nach Kuba.
Iran-Gespräche gescheitert
Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran hat USA-Präsident Trump eine Seeblockade der Straße von Hormus angekündigt. Die US Navy werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen. Trump begründete das mit »Drohungen aus Teheran« und sprach von einer »Welterpressung«.
Die Gespräche in Islamabad endeten am frühen Sonntagmorgen ohne greifbares Ergebnis. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, war unklar. Auf dem Rückflug machte Vizepräsident JD Vance bei einem Tankstopp in Ramstein eine Kaffeepause.
Israelische Angriffe im Südlibanon
Israels Armee hat eine angebliche »Hochburg der Hisbollah« im Südlibanon eingekreist und dort etliche Mitglieder der Miliz getötet. Bei Luftangriffen und Nahkämpfen in dem Ort seien »mehr als 100 Mitglieder der Miliz« getötet worden. Israel setzte auch in der Zeit der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad am Wochenende seine Angriffe im Libanon fort.
Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, es gebe heftige Kämpfe und viele Opfer in den Reihen der Hisbollah. Israels Armee hatte die Zivilbevölkerung zum wiederholten Mal aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Mit den Angriffen erweitert Israel seine »Verteidigungslinie« und vergrößert das von israelischen Truppen besetzte Gebiet im Südlibanon. Unser Foto zeigt einen Luftangriff auf die Stadt Nabatije am Sonntag.
USA-Militär will Straße von Hormus blockieren
Washington/Teheran – Die von den USA angedrohte Blockade der Straße von Hormus sollte am Montagnachmittag in Kraft getreten sein. Angekündigt war eine Blockade von Schiffen, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel hatten. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein, hatte Centcom am Sonntag (Ortszeit) mitgeteilt. Zugleich hatte das USA-Militär erläutert, daß die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt nicht beeinträchtigt werden solle.
Nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatte Präsident Trump am Sonntag die Seeblockade angekündigt. Trump will damit verhindern, daß der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.
Trump hatte seine Streitkräfte am Sonntag auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine »illegale Maut« entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump.
Trump droht zudem damit, kleine Boote der iranischen Revolutionsgarden auszuschalten, sollten sich diese der USA-Seeblockade in der Straße von Hormus nähern. Dabei werde das USA-Militär genau so agieren wie bei den angekündigten Angriffen gegen angebliche Drogenschmuggler im Pazifik und in der Karibik.
Irans Streitkräfte haben die von USA-Präsident Trump angekündigte Seeblockade in der Straße von Hormus als »Akt der Piraterie« bezeichnet. Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung.
Papst wehrt sich gegen Trump
Algier – Papst Leo XIV. hat nach massiver Kritik von Donald Trump deutlich gemacht, daß er sich vom USA-Präsidenten nicht einschüchtern lassen will. Zum Auftakt seiner Reise durch vier afrikanische Staaten sagte der erste Pontifex aus den USA: »Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.« Der USA-Präsident hatte vorgeworfen, eine »schreckliche« Außenpolitik zu betreiben. Offensichtlich hatte sich Leo mit seinen wiederholten Appellen für ein Ende der aktuellen Kriege den Zorn des Weißen Hauses zugezogen.
Das Oberhaupt der katholischen Kirche entgegnete: »Was ich sage, ist keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint. Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden.«
Ohne unmittelbar Bezug auf Trump und andere Mitglieder der USA-Regierung zu nehmen, die sich immer wieder auf den christlichen Glauben berufen, sagte Leo: »Ich glaube nicht, daß die Botschaft des Evangeliums dazu gedacht ist, so mißbraucht zu werden wie manche Menschen es tun.«
Der USA-Präsident hatte auf der Plattform Truth Social geschrieben, Leo sei nur ins Amt gekommen, weil man gehofft habe, daß ein Papst aus den USA besser mit ihm umgehen könne. Leo solle besser »gesunden Menschenverstand« benutzen.
Erst am Samstag hatte Leo bei einer Friedensmesse zum wiederholten Male gefordert, die aktuellen Kriege zu beenden – nicht nur in der Ukraine oder im Nahen Osten, sondern auch anderswo. An die Regierenden richtete er einen direkten Appell: »Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!«
Die Suche nach Frieden wird Thema der Afrika-Reise sein, ebenso wie die Verständigung mit dem Islam. In einer ersten Rede bezeichnete sich Leo als »Pilger des Friedens«. Mehrmals kritisierte er »fortwährende Verstöße gegen das Völkerrecht«. Zugleich rief er zum Zusammenwirken von Christentum und Islam auf. »In einer Welt voller Konflikte und Mißverständnisse wollen wir einander begegnen und versuchen, einander zu verstehen – in der Erkenntnis, daß wir eine einzige Familie sind!«
22 Milliarden Euro mehr für Energie
Brüssel – Der Iran-Krieg hat Europa bereits mehrere Milliarden Euro gekostet. »Seit Beginn des Konflikts vor 44 Tagen sind unsere Kosten für den Import fossiler Brennstoffe um über 22 Milliarden Euro gestiegen«, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. »Das zeigt, welch enorme Auswirkungen diese Krise auf unsere Wirtschaft hat.« Selbst bei einem Ende der Kämpfe wäre die Energieversorgung aus der Golfregion noch einige Zeit unterbrochen. 2025 importierte die EU insgesamt Energie im Wert von rund 340 Milliarden Euro.
In der kommenden Woche werde die EU-Kommission konkrete Maßnahmen zum Thema Energie vorlegen, kündigte sie an. Die Repräsentanten der Mitgliedstaaten können sich dann in den folgenden zwei Tagen bei ihrem Treffen in Zypern dazu austauschen. Ziel sei, daß die Staaten ihre Maßnahmen gut untereinander koordinierten. Man prüfe außerdem eine EU-weite Koordinierung der Gaslagerbefüllung durch die Mitgliedstaaten, »um zu vermeiden, daß viele Mitgliedstaaten gleichzeitig auf den Markt drängen und sich so gegenseitig Konkurrenz machen«.
Die Mitgliedstaaten sollen außerdem vorübergehend mehr Spielraum bei staatlichen Beihilfen bekommen, um besonders von den hohen Energiepreisen gefährdete Haushalte und Sektoren zu unterstützen. Dies solle möglichst noch im Laufe des Monats beschossen werden.
14.000 Flüchtlinge aus dem Sudan in Europa
Nairobi – Mit etwa 11,6 Millionen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen hat der Bürgerkrieg im Sudan die nach UNO-Angaben größte humanitäre Krise der Welt ausgelöst. Etwa 4,5 Millionen Menschen sind aus dem Sudan in die Nachbarstaaten geflüchtet – doch mangelnde Perspektiven und die Ungewißheit über ein Ende des seit drei Jahren andauernden Krieges trieben viele von ihnen weiter, sagte Mamadou Dian Balde, Regionaldirektor des UNHCR in Nairobi. »Menschen kommen in Griechenland an, in Italien, in Spanien.« Bisher seien bereits knapp 14.000 Flüchtlinge aus dem Sudan in Europa über das Mittelmeer eingetroffen. Mehr als eine halbe Million ist bereits in Libyen.
»Tatsache ist, wenn es keine Investitionen in den (Nachbar-)Ländern gibt, die Flüchtlinge aufgenommen haben und bereits teilen, was sie haben, werden die Leute weiterziehen«, sagte Balde kurz vor der dritten internationalen Sudan-Konferenz am Mittwoch in Berlin. Wer glaube, daß der Konflikt weitergehe, ohne die Stabilität der übrigen Staaten in der Region zu beeinflussen, mache einen großen Fehler.
USA-Piraterie im Pazifik
Washington – Das Militär der USA hat bei einem erneuten Angriff auf zwei angebliche Drogenschmuggler-Boote im östlichen Pazifik fünf Männer getötet. Die Boote hätten »in Verbindung mit dem Drogenhandel« gestanden, teilte das für die Region zuständige Regionalkommando Southcom auf der Plattform X mit. Ein Mann habe den Angriff am Samstag überlebt.
Unter Anordnung der Regierung von Präsident Trump geht das Militär seit Herbst vergangenen Jahres mit tödlichen Angriffen gegen Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik vor, auf denen angeblich Drogen in die USA geschmuggelt werden sollen.
Lufthansa-Piloten streiken
Frankfurt – Bei der Lufthansa fallen zahlreiche Flüge wegen eines erneuten Piloten-Streiks aus. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat bis Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen.
Der Streik von Pilotinnen und Piloten bei der Kernmarke Deutsche Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline begann am Montag kurz nach Mitternacht und soll am heutigen Dienstag kurz vor Mitternacht enden. Die Pilotengewerkschaft VC erwartet, daß Hunderte Flüge pro Tag ausfallen.
Hintergrund der aktuellen Piloten-Streiks der Vereinigung Cockpit sind Tarifkonflikte um die betriebliche Altersversorgung und die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline. Im Tarifstreit über die betriebliche Altersvorsorge legen die Cockpit-Beschäftigten der Lufthansa bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die Arbeit nieder.
Magyars Partei bekommt Zweidrittelmehrheit in Ungarn
Budapest – Die Partei TISZA hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Nach Auszählung der Stimmzettel in 98,13 Prozent der Wahllokale kommt TISZA auf 138 von 199 Mandaten im Parlament.
Wahlsieger Péter Magyar ließ sich von zehntausenden Anhängern am Budapester Donauufer feiern. »Gemeinsam haben wir das Orbán-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit«, rief er und kündigte für Ungarn einen »Neuanfang« an.
Viktor Orbán gestand seine Niederlage ein. »Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen«, sagte er vor Anhängern in Budapest.
Mit der parlamentarischen Zweidrittelmehrheit kann Magyar Reformen durchführen, die Verfassungsänderungen erfordern, sowie Amtsträger austauschen, die Orbán eingesetzt hat. Magyar ging in seiner Wahlnacht-Rede ausdrücklich darauf ein. »Ich fordere alle Marionetten, die uns die Regierung in den Nacken gesetzt hat, zum Rücktritt auf», betonte er. Konkret erwähnte er unter anderem den Staatspräsidenten Tamás Sulyok, den Obersten Staatsanwalt Gábor Bálint Nagy und die Spitzen des Verfassungsgerichts und der Medienaufsichtsanstalt.
In der EU hatte Orbán Hilfen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro blockiert. Wegen Verstößen gegen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit legte die EU Milliardenhilfen aufs Eis, die Ungarn zustehen würden. Kurz vor der Wahl hatte die EU zugesagt, die 18 Milliarden im Falle eines Wahlsieges von TISZA freizugeben. Magyar will das Verhältnis seines Landes zur EU und zu den westlichen Partnern verbessern.
Die Wahlbeteiligung betrug eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale 77,8 Prozent.
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