Auslands-Nachrichten
UNO-Organisationen schlagen Alarm
Akute Hungersnot droht in Tigray
In der äthiopischen Konfliktregion Tigray verschärft sich die humanitäre Lage rapide. Die UNO-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) berichtete am Freitag über anhaltende Problemen für humanitäre Konvois, in die Region zu gelangen und dringend benötigte Hilfe für etwa 5,2 Millionen betroffene Menschen zu transportieren. Der aus 50 Lastwagen bestehende letzte Konvoi habe die Stadt Mekelle am 12. Juli erreicht (Foto). »Um den aktuellen Bedarf abzudecken, sind wöchentlich 500 bis 600 Lastwagenladungen nötig, erklärte die Agentur.
Die Regierung Äthiopiens hatte im November eine Militäroffensive gegen die »Volksbefreiungsfront von Tigray« (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die TPLF fordert mehr Autonomie, die Zentralregierung will eine Abspaltung eines weiteren Landesteils verhindern. Alle wichtigen Zugangsstraßen aus der Amhara-Region seien gesperrt, so die UNO-Agentur. Auch in den Flüchtlingslagern in Tigray, in denen Menschen aus dem Nachbarland Eritrea leben, seien die Lebensmittelvorräte knapp. Als Hungersnot wird die schlimmste Form einer Hungerkrise bezeichnet, bei der viele Menschen an den Folgen von Mangelernährung sterben. In Afrika gilt nur noch die Dürre-bedingte Lage in Süd-Madagaskar als ähnlich schlimm.
USA-Kriegsminister in Vietnam
USA-Kriegsminister Lloyd Austin hat am Donnerstag bei einem Besuch in Vietnam seinen Amtskollegen Phan Van Giang getroffen. Die USA streben eine engere militärische Zusammenarbeit beider Länder an, um dem Einfluß Chinas in der Region entgegenzuwirken. Austin sagte bei dem Treffen in der Hauptstadt Hanoi, die USA würden Vietnam helfen, seine »maritime Sicherheitskapazität« zu verbessern.
Weitere Themen waren die Räumung von Landminen und die Folgen des giftigen Entlaubungsmittels Agent Orange, wie es hieß. Agent Orange wurde von den USA-Truppen im Vietnamkrieg (1955 bis 1975) großflächig versprüht. Austin war zuvor bereits in Singapur, im Anschluß reiste er zu einem Besuch auf die Philippinen.
Flüchtlingselend
Tausende Menschen auf dem Weg in die USA stecken in Kolumbien fest
Necoclí – In Kolumbien sind rund 15 000 Migranten auf ihrem Weg Richtung USA in einer Gemeinde im Nordwesten des Landes steckengeblieben. Den Menschen stammten vor allem von außerhalb des südamerikanischen Kontinents und aus der Karibik, berichtet die kolumbianische Ombudsstelle.
Die Menschen sitzen laut Medienberichten seit mehr als zehn Tagen in Necoclí fest, weil es zu wenig Boote gibt, um sie nach Capurgana an der Grenze zu Panama zu bringen. Von dort führt eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Region über Mittelamerika und Mexiko in die USA. Viele Menschen bleiben auch jahrelang an der Grenze zwischen Mexiko und den USA hängen. Der Fischer- und Touristenort Necoclí rief den öffentlichen Notstand aus.
Der Leiter der Ombudsstelle appellierte an seine Ombudskollegen in Kolumbiens Nachbarländern Ecuador und Panama, die Mechanismen der Zusammenarbeit zu überprüfen, um »die Migrationskrise zu überwinden«, die er »international« nannte.
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