Mosaikstein einer aggressiven Militärpolitik
Der olivgrüne Armeeminister strahlte übers ganze Gesicht, als er zusammen mit hohen US-Militärs und der LSAP-Bürgermeisterin der Gemeinde Sanem mit einem symbolischen Spatenstich den Startschuss für den Ausbau des Militärlagers in Sanem gab. Insgesamt 100 Millionen Euro will die USA-Luftwaffe in das Gelände der WSA investieren.
So ändern sich die Zeiten. Als das Militärlager gebaut wurde, hatten Grüne und Sozialisten, die sich mit den Kommunisten in der »Friddensinitiativ Suessem-Bieles« engagierten, fleißig 3.400 Unterschriften bei der Bevölkerung in den Ortschaften Beles, Ehleringen, Sanem und Zolwer der Gemeinde Sanem gegen dessen Bau gesammelt.
Wenige Jahre zuvor hatte der kommunistische Abgeordnete Aloyse Bisdorff in der »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« Einzelheiten über das zwischen der Luxemburger Regierung und der USA-Administration unterzeichnete Geheimabkommen enthüllt.
Nach Inkrafttreten des Abkommens, mit welchem Luxemburg sich verpflichtete, den USA alle erdenkliche logistische Unterstützung zu gewähren und USA-Truppen eine Verbindungslinie durch Luxemburger Territorium zu sichern, wurden dann mit Zustimmung der Stahlherren und der Gewerkschaften gleich zwei Militärlager in Sanem und Düdelingen gebaut, in welche ein Teil der Stahlarbeiter abgeschoben wurden, derer sich die ARBED wegen der Stahlkrise entledigen wollte.
Wenige Jahre später sorgte eine Meldung des »Luxemburger Wort« erst für Schlagzeilen, dann für Heiterkeit, als das Bistumsblatt »für Wahrheit und Recht« am 2. Januar 1987 meldete, im Militärlager in Sanem seien »etwa 100 Panzer in böswilliger Absicht beschädigt worden« und diesen »gezielten Sabotageakt« den Kommunisten unterstellte. Wenige Tage später musste der CSV-Armeeminister kleinlaut berichtigen, dass doch keine kommunistischen Rasierklingen die Panzer außer Gefecht gesetzt hatten, sondern dass Nachlässigkeit bei Wartungsarbeiten dazu geführt hatte, dass 34 optische Geräte beschädigt wurden.
Auch nach dem Ende des Kalten Krieges, dem die Schließung des Militärlagers in Düdelingen folgte, spielte das Militärlager in Sanem eine wichtige Rolle in der Strategie der USA.
Es entwickelte sich – ähnlich wie die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) in Capellen, welche für den Einkauf, die Wartung und den Nachschub von Waffen zuständig ist, – zu einer militaristischen Drehscheibe auf Luxemburger Territorium, über welche militärische Ausrüstung der USA für die illegalen Kriege der USA in Afghanistan, Irak und Syrien geschleust wurde, um anschließend wieder zu einem Mosaikstein in der aggressiven Militärstrategie der USA und der NATO gegen Russland zu werden.
Das ist der Grund, weshalb das Militärlager der USA-Luftwaffe, für dessen Unterhaltskosten der Luxemburger Steuerzahler mit bis zu 22 Millionen Euro im Jahr haften soll, nun eine zusätzliche Lagerkapazität von 18.500 Quadratmetern bekommen soll, wie USA-Botschafter Barrett unumwunden einräumte. Im Rahmen des neuen Kalten Krieges gegen den »Ennemi mat der pelze Kap« soll hier Kriegsmaterial für die zukünftige Ostfront zwischengelagert werden.
Das Militärlager steht stellvertretend dafür, wie unser Land und seine Bevölkerung in die Vorbereitung und Durchführung von Kriegen einbezogen werden. Für die KPL ist das Grund genug, die Schließung des Militärlagers zu fordern.

