Kaleidoskop13. Juli 2024

»The Shining«-Darstellerin Shelley Duvall gestorben

von dpa/ZLV

Austin – Mit weit aufgerissen Augen in einer unvergeßlichen Szene im Horrorfilm »The Shining« schrieb Shelley Duvall Filmgeschichte. Nun trauert Hollywood um die Schauspielerin. Duvall starb im Alter von 75 Jahren, berichteten die Branchenmagazine »The Hollywood Reporter« und »Variety« unter Berufung auf ihren langjährigen Partner Dan Gilroy. Seiner Mitteilung zufolge starb sie im Schlaf in ihrem Haus in Blanco im USA-Bundesstaat Texas.

»In letzter Zeit hat sie zu viel gelitten, jetzt ist sie frei. Flieg' davon, schöne Shelley!«, teilte Gilroy dem »Hollywood Reporter« mit. Nach Angaben eines Sprechers der Familie starb sie an den Folgen einer Diabeteserkrankung, berichtete die Zeitung »New York Times«.

Weltbekannt wurde Duvall 1980 mit ihrer Rolle in Stanley Kubricks Horrorfilm »The Shining«. Dort entging sie der Axt von Jack Nicholson in einer Szene, die wohl den meisten Zuschauern im Gedächtnis blieb. In dem Filmklassiker, der in einem einsamen, eingeschneiten Berghotel spielt, wird sie von ihrem langsam wahnsinnig werdenden Ehemann (Nicholson) bedroht. Die Dreharbeiten seien »extrem schwierig« gewesen, sagte Duvall 1981 der Zeitschrift »People«. Unter Kubricks Regie habe sie »wochenlang geweint«.

Die spindeldürre Frau mit den großen dunklen Augen war schon lange zuvor von Regisseur Robert Altman entdeckt worden. Er castete sie in den 70er Jahren für mehrere Filme, darunter »Brewster McCloud«, »McCabe & Mrs. Millerie«, »Thieves like us«, »Nashville« und »3 Women«. Für ihre Rolle im Psychodrama »3 Women« wurde Duvall 1977 auf dem Internationalen Filmfestival Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Woody Allen holte sie für eine Rolle in »Annie Hall« (deut. Titel: »Der Stadtneurotiker«) vor die Kamera, mit Robin Willams drehte sie die Filmkomödie »Popeye«. Sie spielte auch in »Roxanne« (1987) und »Portrait of a Lady« (1996) mit.