Erneuerbare kommen nur schleppend voran
Eurostat: Anteil regenerativer Energieträger im hiesigen Verkehrssektor unterdurchschnittlich
Trotz einer bis dann achtjährigen Regierungsbeteiligung der Grünen lag der Anteil der im hiesigen Verkehr eingesetzten erneuerbaren Energieträger im Jahr 2022 noch knapp unter dem EU-Durchschnitt von 9,6 Prozent. Mit einem bescheidenen Plus von einem halben Prozentpunkt (gegenüber 2021) habe der EU-weite Wert sogar um 0,7 Prozentpunkte unter dem bereits 2020 erreichten Bestwert von 10,3 Prozent Erneuerbarer im Verkehrssektor EU-Europas gelegen, so die amtlichen Statistiker von Eurostat in einer aktuellen Pressemitteilung. Auch in Luxemburg war der Anteil schon mal höher: Nachdem er bis 2020 auf 12,6 Prozent gestiegen war, ermittelte Eurostat im Jahr darauf einen drastischen Rückgang um 4,6 Prozentpunkte auf acht Prozent.
Eine Erklärung für den Rückgang ist, daß die aktualisierte EU-Richtlinie für erneuerbare Energien in Kraft getreten ist, die einen neuen Ansatz für die Berechnung der erneuerbaren Energien vorschreibt, und die Menge an Biokraftstoffen aus Abfällen wie vor allem Altspeiseöl und bestimmten tierischen Fetten, die zu den EU-Zielen für erneuerbare Energieträger im Verkehrssektor beitragen können, auf 1,7 Prozent begrenzt wurde.
Um das in der aktualisierten EU-Richtlinie festgelegte Ziel von mindestens 29 Prozent regenerativer Energieträger im Verkehr bis zum Ende des Jahrzehnts noch irgendwie erreichen zu können, sei »ein großer Schub erforderlich«, räumen die EU-Statistiker ein. Lediglich in Schweden, das seit Herbst 2022 von einem wieder voll auf Atomenergie setzenden konservativ-liberalen Koalitionsbündnis regiert wird, das sich von Ultrarechten tolerieren läßt, sei das EU-Ziel schon 2022 erreicht worden (29,2 Prozent). Nach deutlichem Abstand folge Finnland mit einem 18,8-prozentigen Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor. Erst nach einem fast ebenso deutlichen Abstand folgen die Niederlande, Malta, Belgien, Dänemark, Österreich, Italien, Deutschland und Spanien mit einem Anteil von etwa zehn Prozent.
Die EU-Staaten mit den geringsten Anteilen Erneuerbarer im Verkehr sind demnach Kroatien mit 2,4, Lettland mit 3,1 und Griechenland mit 4,1 Prozent. Die größten Zuwächse im Jahresvergleich seien 2022 in Deutschland (um 1,9 Punkte), den Niederlanden (1,8) und Ungarn (1,6) verzeichnet worden, so Eurostat, »aber selbst wenn diese Raten bis 2030 beibehalten werden, reichen sie nicht aus, um das Ziel zu erreichen«. In Kroatien, Lettland und Slowenien sei es 2022 mit Einbußen um 4,6 bis 2,8 Prozentpunkten am steilsten bergabgegangen. Zu den im Verkehr verbrauchten erneuerbaren Energieträgern zählen die EU-Statistiker flüssige Agro- oder Biokraftstoffe wie zum Beispiel Biodiesel, Biomethan (also Gas aus erneuerbaren Quellen) und der im Straßen- und im Schienenverkehr verbrauchte Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen.
Neue Schadstoffnorm betrifft auch E-Autos
Mitte Dezember 2023 hatten sich Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten auf die neue Schadstoffnorm »Euro 7« geeinigt, mit der die Verursachung umwelt- und gesundheitsschädlicher Stoffe durch Autos, Busse, Lkw und andere Fahrzeuge in der EU reduziert werden soll und mit der erstmals auch Grenzwerte für Brems- und Reifenabrieb eingeführt werden sollen. Jedoch sollen die neuen Regeln erst 30 Monate nach ihrem Inkrafttreten für Autos sowie Kleintransporter und sogar erst vier Jahre nach diesem Zeitpunkt für Busse und Lkw gelten.
Mit »Euro 7« soll der Schadstoffausstoß von Fahrzeugen strenger als bislang reguliert werden. Zu solchen Schadstoffen zählen zum Beispiel Stickoxide. Neu ist, daß künftig auch gesundheitsschädliche Stoffe wie Feinstaub, der durch den Abrieb von Reifen oder Bremsen entsteht, reguliert werden sollen. Das bedeutet, daß auch Elektroautos und mit Biogas betriebene Fahrzeuge von der Neuregelung betroffen sind. Bislang standen Abgase im Fokus der Euro-Normen.

