Kaleidoskop10. Oktober 2026

ICE-Einheiten schießen auf Mann mit Kind im Auto

von dpa/ZLV

New York – In den USA hat es erneut einen blutigen Zwischenfall mit Einheiten der berüchtigten Einwanderungsverhinderungsbehörde ICE gegeben – der nun auch den New Yorker Bürgermeister beschäftigt. Die Einheiten haben am Donnerstag im Stadtteil Bronx auf einen Mann in seinem Auto ​geschossen und ihn verletzt. In dem Fahrzeug befand sich auch ein Kind. Das berichtet Bürgermeister Zohran Mamdani: »Ersten Berichten zufolge umstellten die Beamten den Mann und ein fünfjähriges Kind in seinem Auto, bevor sie mehrere Schüsse abgaben.«

Das Kind wurde nach Angaben Mamdanis vermutlich nicht verletzt. Den Mann bezeichnete der Bürgermeister als Einwohner New ​Yorks. Die Polizei teilte mit, der angeschossene Mann sei bei Bewußtsein und werde medizinisch versorgt. »Dies ist ⁠eine ⁠ungeheuerliche und unglaublich ernste Situation«, schrieb Mamdani auf der Plattform X.

Er habe ein Gespräch mit USA-Präsident Donald Trump gefordert, um mit ihm darüber zu sprechen. »Ich werde ihn auffordern, alle Vollstreckungsmaßnahmen ‌der ICE-Behörde in unserer Stadt zu beenden. Ich werde ​nicht tatenlos zusehen, ‌wie ICE-Beamte die Menschen in unseren Stadtvierteln terrorisieren.«

»Der Mann ist am Leben und befindet sich in einem örtlichen Krankenhaus«, schrieb das Heimatschutzministerium, ebenfalls auf X. Es erklärte weiter, der Mann sei »Ausländer«, »wegen schweren Diebstahls verurteilt und in der Vergangenheit mehrfach verhaftet worden«. Nach Angaben der New Yorker Polizei fielen die Schüsse am Donnerstag gegen 16 Uhr Ortszeit in der ‌Bronx. ICE-Beamte seien unter anderem beteiligt gewesen. Bundesbehörden untersuchten den Vorfall.

Ein Augenzeuge, Pedro Almarez, der Besitzer eines nahegelegenen Restaurants, sagte ‌der britischen Nachrichtenagentur Reuters, er habe Schüsse ​gehört und sei nach draußen ‌gegangen. Dort habe er mehrere Beamte in ICE-Einsatzkleidung gesehen. »Es ‌waren viele ICE-Beamte ​da, drei oder vier Autos«, sagte Almarez. Die Polizei der Stadt teilte mit, ihre Beamten seien ​nicht an den Schüssen beteiligt ⁠gewesen.