Katalonien verdoppelt Tourismusabgabe
Barcelona – Das Regionalparlament in Katalonien hat die Abgaben für Touristen verdoppelt. Ab April könnten zum Beispiel in Barcelona bis zu 15 Euro zusätzlich zum Übernachtungspreis für eine Nacht fällig werden. Das Gesetz sieht vor, die Abgabe von bisher fünf bis 7,50 Euro auf zehn bis 15 Euro zu erhöhen. Die spanische Region ringt schon seit Jahren mit den Folgen des Massentourismus. Millionen Touristen strömen Jahr für Jahr allein in die Metropole Barcelona, wo es immer wieder zu Protesten der dauerhaft dort lebenden Menschen kommt, zuletzt auch mit Böllern, Rauchbomben und Wasserpistolen.
Ende Dezember belegte das spanische Verbraucherschutzministerium das USA-Unternehmen Airbnb mit einem Bußgeld in Millionenhöhe. Schon im vergangenen Jahr einigte sich die Politik, die Steuer für Touristen zu erhöhen. Nun soll ein Viertel der zusätzlich generierten Einnahmen in Katalonien genutzt werden, um die Wohnungskrise abzumildern, heißt es im Gesetzestext.
Die Höhe der Abgabe ist abhängig von der Hotelkategorie. Ein Aufenthalt von zwei Nächten für ein Paar in einem Vier-Sterne-Hotel könnte nun zusätzlich 45,60 Euro kosten – 11,40 Euro pro Nacht und Person. Gäste in Fünf-Sterne-Hotels könnten bis zu 15 Euro pro Nacht extra zahlen, Kreuzfahrtpassagiere weiterhin etwa sechs Euro. Patronatsorganisationen kritisieren die Entscheidung und warnen vor unbeabsichtigten Folgen. Man habe Vorschläge ignoriert, die Steuer schrittweise zu erhöhen, um zunächst die Effekte zu beobachten, sagte Manel Casals von der Hoteliersvereinigung in Barcelona. »Eines Tages werden sie die Gans schlachten, die goldene Eier legt«.

