Ausland

Weitere Annäherung zwischen Rußland und Iran

Rußlands Präsident Putin bespricht in Teheran Themen von weltpolitischer Bedeutung

Der russische Präsident Wladimir Putin in Teheran bei seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani (Foto : POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa)


Teheran – Die Präsidenten des Iran und Rußlands haben sich sowohl im Syrien-Konflikt als auch bei der Umsetzung des internationalen Atomabkommens gegenseitig den Rücken gestärkt. »Für uns ist Rußland ein strategischer Partner, der im Syrien-Konflikt sowie beim Atomabkommen eine entscheidende Rolle gespielt hat und dies auch weiterhin tun sollte« , sagte der iranische Präsident Hassan Ruhani bei einem Treffen mit Wladimir Putin am Mittwoch in Teheran.

Ruhani lobte die konstruktive Rolle Rußlands im Syrien-Konflikt. Die Zusammenarbeit der beiden Länder habe einen wesentlichen Anteil an den Niederlagen des »Islamischen Staates« . Außerdem hätten Teheran und Moskau mit den Verhandlungen in Astana den Weg für eine diplomatische Lösung in Syrien ermöglicht. »Nur muß die Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS auch in der Endphase genauso konsequent weitergeführt werden« , sagte Ruhani.
Auch Putin sprach von einer konstruktiven Zusammenarbeit. »Dank unserer gemeinsamen Bemühungen sowie des Engagements der Türkei entwickeln sich die Lage im Kampf gegen den Terrorismus in Syrien sowie der Verhandlungsprozeß in Astana gut« , sagte der russische Präsident. Er betonte, keine Konfliktpartei könne alleine eine Lösung erreichen.

Das Wiener Atomabkommen von 2015 bezeichnete Ruhani als einen international anerkannten Vertrag, der für den Frieden in der Region und der Welt nützlich sei. Daher sollte der Regierung in den USA nicht erlaubt werden, den Vertrag zu sabotieren.

Putin nannte den Iran nicht nur einen guten Nachbarn, sondern auch einen wichtigen strategischen Partner Rußlands. Das Wiener Abkommen diene dem Weltfrieden und daher sei Nicht-Anerkennung dieses Abkommens für Moskau inakzeptabel.

Der eigentliche Anlaß des Putin-Besuches war ein trilaterales Wirtschaftstreffen mit dem Iran und Aserbaidschan. Daher war auch der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev in Teheran mit dabei. Auf der wirtschaftlichen Agenda standen die Zusammenarbeit im Energiebereich und der Ausbau der Bankbeziehungen und des Tourismus. Außerdem wollten die drei Länder sich gegenseitig über »neue Handelskorridore« besseren Zugang zu neuen Märkten verschaffen.

Putin betonte die Bedeutung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den beiden Ländern. Alle drei seien große Energieproduzenten. »Das heißt nicht, daß wir konkurrieren. Das heißt, daß wir unsere Kräfte koordinieren« , sagte Putin. Rußland sei bereit, auch Gas über Aserbaidschan in den Nordiran zu liefern.

Putin traf in Teheran auch Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. Es war sein dritter Besuch im Iran in den vergangenen zehn Jahren nach 2007 und 2015. (dpa/ZLV)