300.000 Kinder in Libyen von Flutkatastrophe betroffen
Nach den verheerenden Überschwemmungen in Libyen betont das Kinderhilfswerk UNICEF, daß Jungen und Mädchen besonders unter den schwerwiegenden Folgen der Katastrophe leiden. Die Sonderorganisation der UNO schätzt, daß 300.000 Minderjährige einem erhöhten Risiko von Krankheitsausbrüchen, Mangelernährung und Gewalt ausgesetzt seien. Michele Servadei, der Leiter von UNICEF in Libyen, betonte am Freitag, für Kinder seien die Folgen von Überschwemmungen oft tödlicher als die Extremwetterereignisse selbst.
Inzwischen wurde die von den Überschwemmungen besonders schwer betroffene Stadt Darna für Zivilisten abgeriegelt. Wie die Generaldirektion des Ambulanz- und Notfalldienstes im Osten des Landes mitteilte, sollen Rettungskräfte dadurch besser in den zerstörten Gebäuden nach Vermißten suchen können.
In einem Dringlichkeitsappell rief das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) zu Soforthilfen von 71,4 Millionen US-Dollar (rund 67 Millionen Euro) auf, »um den dringenden Bedarf von 250.000 am stärksten betroffenen Libyern zu decken«. Die Lage im Nordosten des Landes sei kritisch. Fast 900.000 Menschen in fünf Provinzen lebten in Gebieten, die von dem Sturm und den dadurch ausgelösten Sturzfluten direkt betroffen seien.

