2025 wurden 1,07 Millionen Tonnen im Merterter Hafen umgeschlagen
Die Aktivitäten des Merterter Hafens sind davon abhängig, dass die Moselschleusen auf dem 208 Kilometer langen Wasserweg bis Koblenz einwandfrei funktionieren.
Werden, wie das bei Schiffsunglücken am 8. Dezember 2024 in Münden und am 2. Juli 2025 in St. Aldegrund der Fall war, die Torflügel der Schleusen herausgerissen oder schwer beschädigt, so dass der Schiffsverkehr lange Zeit ganz oder teilweise eingestellt werden muss, wirkt sich das äußerst negativ für den Hafen aus.
Gleich eingangs des Jahresberichts 2025 der »Société du Port de Mertert«, Betreibergesellschaft des Merterter Hafens, heißt es denn auch, dass die Bemühungen fortgesetzt werden müssen, um die Finanzierung für den Ausbau der Schleusentore sicherzustellen und so zu verhindern, dass die Versorgung über die Mosel im Falle einer Störung an einem der Tore zum Erliegen kommt.
Gleichzeitig sollen umfangreiche Investitionen erfolgen, um die Eisenbahn- und Straßeninfrastruktur zu modernisieren und die trimodale Ausrichtung des Hafens voranzubringen.
Aus dem Jahresbericht für 2025 geht hervor, dass der Gesamtumschlag des Hafenkomplexes, einschließlich des Landverkehrs, sich auf 1,07 Millionen Tonnen belief, 10,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Ausfuhren gingen auf 188.217 Tonnen zurück (-17,7 Prozent), die Einfuhren auf 560.457 Tonnen (-17 Prozent).
Im Hafen entladen wurden 425 Schiffe, beladen wurden deren 176. Umgeschlagen für den Export wurden unter anderem 119.439 Tonnen Fertig- und Halbprodukte aus der Stahlproduktion, eingeführt wurden insbesondere 230.986 Tonnen Schrott für die Elektrostahlwerke in Belval und Differdingen, 266.648 Tonnen Erdölprodukte (-31 Prozent), 27.890 Tonnen Baumaterialien (-12.2 Prozent), 11.291 Tonnen Stahlprodukte, 9.432 Tonnen leere Container und 5.281 Tonnen landwirtschaftliche Produkte.
Luxport und Tanklux
Im Hafen tätig sind die Luxport-Gruppe und das Unternehmen Tanklux.
Die Luxport-Gruppe, deren Hauptaktionär die CFL sind und die neben Mertert weitere Standorte in Metz und Trier hat, besitzt mehrere Tochtergesellschaften: Lorang (LKW-Logistik), ThesiLux (Strahl- und Beschichtungsarbeiten), MMS (Multi Modal Shuttle/Containerschifffahrt auf der Mosel) und TCT (Container-Logistik und -Transport ab dem Hafen Trier).
Das belgische Privatunternehmen Tanklux, das sich im Besitz der belgischen Familie Bollaert befindet, betreibt im Merterter Hafen Lager- und Umschlagdienste für Erdölprodukte. Die Lagerkapazitäten betragen 62.000 Kubikmeter, was mehr als ein Drittel der gesamten Lagerkapazität für Erdöl in Luxemburg ausmacht.
Aktionäre sind der
Luxemburger Staat, ArcelorMittal, BGL BNP Paribas und BIL
Aus der Bilanz der Hafengesellschaft »Société du Port de Mertert« geht hervor, dass das Jahr 2025 mit einem Nettoprofit von 361.336 Euro abgeschlossen wurde. Hinzu kamen 74.300 Euro aus der Reintegration der Rücklage für die Vermögenssteuer von 2020.
Von diesen 435,6 Millionen Euro wurden 423,1 Millionen Euro dem Rücklagenfonds für Verbesserungsarbeiten an den Hafenanlagen zugeteilt, während 12.500 Euro an die Aktionäre gingen.
Der Luxemburger Staat hält 50 Prozent der Aktien der »Société du Port de Mertert«, der Stahlkonzern ArcelorMittal 40 Prozent, und die Banken BGL BNP Paribas und BIL jeweils 5 Prozent.
Die »Société du Port de Mertert« wurde am 3. Juli 1964 gegründet, 38 Tage nachdem die Kanalisierung der Mosel abgeschlossen und ihrer Bestimmung übergeben worden war. Primäres Ziel war, den damaligen Stahlgesellschaft ARBED und HADIR möglichst niedrige Transportpreise zu gewährleisten.

