Ausland14. Oktober 2026

Haus von Trump-Kritikerin Ilhan Omar durchsucht

von dpa/ZLV

Bundesbeamte haben das Zuhause der prominenten linken demokratischen USA-Deputierten Ilhan Omar im Großraum Washington durchsucht. Das berichteten unter anderem die Sender Fox und NBC unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Führende Demokraten im Repräsentantenhaus, darunter Minderheitsführer Hakeem Jeffries, nannten die Razzia beunruhigend. Die Aktion werfe ernsthafte Fragen auf »hinsichtlich der anhaltenden korrupten Instrumentalisierung der Bundesregierung gegen Donald Trumps Gegner«. Omar selbst sprach von »politischer Einschüchterung«.

Ein Sprecher des Justizministeriums sagte mehreren Medien, Beamte des Heimatschutzministeriums hätten einen vom Justizministerium erwirkten, gerichtlich genehmigten Durchsuchungsbefehl vollstreckt. Die Maßnahme sei Teil einer laufenden strafrechtlichen Untersuchung auf Bundesebene. Daraus ging laut NBC aber nicht hervor, daß der Durchsuchungsbefehl in Verbindung mit Omar stand. Auch über die Art der Ermittlungen seien keine weiteren Angaben gemacht worden.

Fox zitiert zwei mit den Ermittlungen vertraute Quellen mit der Aussage, daß die Durchsuchung zu einer strafrechtlichen Ermittlung wegen mutmaßlichen Betrugs gehöre, die in Zusammenhang mit den Einwanderungsunterlagen der in Somalia geborenen Kongreßdeputierten stehe. Dem Sender ABC liegen ähnliche Informationen vor.

Omar sprach auf X von einem »Versuch, politische Gegner ins Visier zu nehmen und die Strafverfolgungsbehörden des Bundes als Waffe einzusetzen«. Trump greife sie seit zehn Jahren mit haltlosen Lügen und Schmutzkampagnen an. »Dies ist nur die jüngste Eskalation in seiner Kampagne der politischen Einschüchterung. Ich werde mich nicht zum Schweigen bringen lassen!«, bekräftigte sie.

Die schwarze Abgeordnete ist immer wieder heftigen Attacken Trumps ausgesetzt. Mit Blick auf ihre somalischen Wurzeln legte er der US-Amerikanerin schon öfter nahe, sie solle »nach Somalia zurückgehen«. Vor Reportern äußerte sich Trump am Montag einmal mehr abfällig über das ostafrikanische Land und die Deputierte Omar. »Ich halte sie für einen schrecklichen Menschen, aber das ist wirklich Sache des Justizministeriums – ich habe damit nichts zu tun«, behauptete der Präsident.

NBC weist auch auf den Zeitpunkt der Durchsuchung hin – drei Wochen vor der wichtigen Kongreßwahl, bei der die linke Deputierte in ihrem Bezirk im Bundesstaat Minnesota wiedergewählt werden will. Es sei gängige Praxis im Justizministerium, bei Maßnahmen kurz vor einer Wahl besondere Vorsicht walten zu lassen, die den Anschein erwecken könnten, einem Kandidaten oder einer Kandidatin zu helfen oder zu schaden, betonte der Sender. Es sei dem Ministerium zwar nicht verboten, innerhalb der zwei Monate vor einer Wahl tätig zu werden, doch das entspreche seit Langem einer ungeschriebenen Praxis.