Luxemburg20. Oktober 2026

Heute tagt der Begleitausschuss der Tripartite

Preissubventionen bei der Energie und Index im Mittelpunkt?

von Ali Ruckert

Am heutigen Dienstagnachmittag tritt im Schloß in Senningen der Begleitausschuß der Tripartite zusammen. Es ist die erste Zusammenkunft des Begleitausschusses, der im Rahmen des Tripartite-Abkommens (»Resilienzpak 2026«) von Juni 2026 zwischen der Regierung, dem Patronat und den Gewerkschaften abgeschlossen wurde und dessen Kernmaßnahmen im Juli in der Chamber gutgeheißen wurden.

Dazu zählen eine Senkung der Akzisen um 5 Cent pro Liter Diesel und Benzin sowie Preissubventionen bei Gas, Heizöl und Strom – alles Maßnahmen, die auf den 31. Dezember 2026 befristet sind.

Als die Tripartite dies im Juni beschloß, gab es eine Jahresinflationsrate von 2,2 Prozent, die im September allerdings – nicht zuletzt aufgrund eines deutlichen Anstiegs der Energiepreise infolge des anhaltenden Angriffskriegs der USA gegen den Iran – bis auf 2,9 Prozent kletterte.

Interessant wird sein, wie die Tripartite-Teilnehmer, die unterschiedliche Interessen vertreten, diese Entwicklung bewerten und welche Schlußfolgerungen sie daraus ziehen werden. Denn eine höhere Inflationsrate hat auch zur Folge, dass die nächste Indextranche, mit der die Löhne um 2,5 Prozent an die Preisentwicklung angepasst werden, deutlich früher erfallen wird, als ursprünglich angenommen.

Gespannt darf man daher sein, ob das Patronat, wie so oft in der Vergangenheit, den Index-Mechanismus erneut in Frage stellen oder die Verschiebung der nächsten Indextranche fordern wird, und zu welchem Schachzug die Regierung greifen wird, um den Interessen des Patronats auf andere Weise entgegenzukommen, ohne ihr Versprechen, dass der Index »in Stein gemeißelt« sei, zu brechen.

Um allen möglichen Versuchungen vorzubeugen, erklärte der OGBL kürzlich in einem Beitrag aus der Feder seiner Präsidentin, dass »wenn die Preise steigen, auch die Löhne entsprechend angepasst werden müssen«. Es sei klar, dass »die Beschäftigten nicht die Rechnungen für Krisen bezahlen dürfen, die sie nicht verursacht haben.«