Kaleidoskop07. November 2025

Pariser Metro schafft Papiertickets ab

von dpa/ZLV

Paris – Die traditionsreichen Papiertickets für die Pariser Metro sind bald Geschichte. Der Verkauf der Fahrkarten wurde jetzt im gesamten Pariser Metro- und S-Bahnnetz eingestellt, teilte die Régie autonome des transports Parisiens (RATP) mit. An die Stelle treten elektronisch aufladbare Karten und Abos sowie Tickets auf dem Smartphone, die von einem Großteil der Reisenden bereits genutzt werden.

Zuvor war bereits das Angebot an Papiertickets Schritt für Schritt reduziert worden. So war vor zwei Jahren bereits das gerade bei Touristen beliebte »Carnet de 10« abgeschafft worden, ein Stapel von zehn Einzelfahrkarten zum reduzierten Tarif. Früher waren diese aneinandergeklebt. Wer noch Einzelfahrkarten aus Papier im Portemonnaie hat, kann diese bis ins nächste Jahr verwenden. Auch können Tickets aus Papier noch später eingetauscht werden.

Die Abschaffung der Fahrkarten aus Papier soll auch dem Umweltschutz dienen. Zum Start der Umstellung schätzte die RATP, daß jedes Jahr mehr als 500 Millionen Papiertickets verkauft werden – und im Müll oder auf der Straße landen. Die Tickets aus kräftigem Papier wurden gleich mit der Eröffnung der ersten Pariser Metrolinie vor 125 Jahren eingeführt. Dabei hat sich das Design der Fahrkarten seitdem viele Male verändert.

Wer als Tourist nach Paris kommt, kauft sich künftig am besten eine wiederaufladbare »Navigo Easy«-Karte. Darauf lassen sich am Ticketautomaten die Mehrtagesabos herunterladen, die besonders für Besucher gedacht sind. Zudem kann man auf die »Navigo Easy«-Karte paßgenau die Zahl an Einzeltickets herunterladen, die man während seines Parisaufenthalts benötigt. Das ist unter Umständen viel preiswerter als eine Mehrtageskarte.

Auch gibt es die Möglichkeit, Tickets mit dem Smartphone zu kaufen und zu entwerten. Einfach die Kreditkarte als Fahrkarte einzusetzen, wie das in London geht, ist in Paris nicht möglich.