Ausland15. September 2021

Auslands-Nachrichten

von dpa/ZLV

Syriens Präsident Assad in Moskau

Moskau – Der syrische Präsident Baschar al-Assad ist zu einem Treffen mit Rußlands Staatschef Wladimir Putin nach Moskau gereist. Bei der Unterredung ging es um die Lage in Syrien. Putin habe dabei einmal mehr die Präsenz ausländischer Truppen in dem Land kritisiert. Diese hielten sich ohne UNO-Beschluß und ohne Zustimmung der syrischen Regierung in einigen Teilen des Landes auf. Das sei ein Verstoß gegen das Völkerrecht, sagte Putin zu Assad. Das hindere Syrien etwa an einem schnelleren Wiederaufbau und an seiner Konsolidierung.

Zudem seien in Syrien weiterhin Terroristen aktiv, die einen Teil des Gebiets kontrollieren und die Zivilbevölkerung terrorisieren, sagte Putin. Dennoch seien Flüchtlinge in Gebiete zurückgekehrt, die von der Regierung kontrolliert werden.

Putin sprach von gemeinsamen Bemühungen, die Ergebnisse gebracht hätten. Er verwies etwa auf die humanitäre Hilfe Rußlands und die Lieferung der russischen Corona-Impfstoffe Sputnik V und Sputnik Light.

Assad bedankte sich für die Hilfe aus Rußland. Er bedauerte, daß die politischen Prozesse zum Stillstand gekommen seien und international Sanktionen gegen sein Land verhängt worden seien, die er als »menschenfeindlich und rechtswidrig« bezeichnete.

 

Weltbank erwartet 216 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050

Washington – Die Weltbank rechnet bis zum Jahr 2050 mit bis zu 216 Millionen Klimaflüchtlingen, die sich wegen der Erderwärmung innerhalb ihrer Heimatländer ein neues Zuhause suchen müssen. Untersucht wurden die Regionen Lateinamerika, Nordafrika, Afrika südlich der Sahara, Osteuropa, der Pazifikraum sowie Süd-, Ost- und Zentralasien. Dies geht aus dem sogenannten Groundswell-Bericht der Weltbank hervor, dessen zweiter Teil am Montag (Ortszeit) in Washington vorgestellt wurde.

Schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt. Je nach Region gibt es mehr Hitzewellen und Dürren sowie Starkregen, Stürme, Waldbrände, Unwetter und Überschwemmungen. Zugleich schmelzen Gletscher und das Eis an den Polen, was den Meeresspiegel steigen läßt.

Bereits 2030 könnten sich in einigen Ländern Brennpunkte der Klimamigration herausbilden, heißt es in dem Bericht. Das Zeitfenster zum Handeln sei aber noch offen. So könnten verringerte Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase und eine grüne und nachhaltige Entwicklung die Zahl der Klimaflüchtlinge um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Der Klimawandel sei ein starker Treiber für Migration, weil er sich auf die Lebensgrundlage der Menschen auswirke, hieß es. Seine »langsam einsetzenden Auswirkungen« zehrten in bestimmten Regionen an der Lebensqualität. Dort, wo das Trinkwasser knapp werde, die Produktivität der Ernten abnehme und der Meeresspiegel ansteige, seien Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

»Der Groundswell-Bericht erinnert eindringlich an die Folgen des Klimawandels für die Menschen, insbesondere für die Ärmsten der Welt, die am wenigsten zu seinen Ursachen beitragen«, sagte Juergen Voegele von der Weltbank.

 

Norwegen vor Regierungswechsel

Nach der Parlamentswahl in Norwegen waren am Nachmittag alle Wählerstimmen vorläufig ausgezählt. Das Ergebnis bedeutet einem klaren Sieg für ein »Mitte-Links-Bündnis«, was gleichbedeutend mit einem bevorstehenden Regierungswechsel ist. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei um ihren Vorsitzenden Jonas Gahr Støre wird nach der Wahl vom Montag mit 26,4 Prozent der Stimmen trotz leichter Verluste stärkste Kraft. Støres bevorzugte Koalitionspartner, die Zentrumspartei und die Sozialistische Linkspartei, kommen nach jeweiligen Zugewinnen auf 13,6 und 7,5 Prozent. Damit erhält dieses Dreigestirn voraussichtlich 89 der 169 Sitze im Parlament in Oslo. Seit acht Jahren ist die Konservative Erna Solberg norwegische Ministerpräsidentin. Ihre Partei rutschte von 25,0 auf 20,5 Prozent ab, womit sie neun Mandate verlieren dürfte.

Zukunft der OAS hängt am seidenen Faden

Das nächste Gipfeltreffen der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC), das am 18. September stattfindet, könnte die Zukunft der diskreditierten Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bestimmen, sagte der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard auf einer Pressekonferenz.

Als Gastgeber des VI. Gipfels der Staats- und Regierungschefs wird Mexiko eine Diskussion über das Schicksal der OAS auf die Tagesordnung setzen, die oft für die voreingenommene Haltung ihres Generalsekretärs Luis Almagro kritisiert wird, der eher dazu neigt, die Interessen der USA zu verteidigen, berichten Medien.

Bei einer Pressekonferenz in der mexikanischen Botschaft in Washington D.C. anläßlich des hochrangigen Wirtschaftsdialogs zwischen Mexiko und den USA erklärte Außenminister Marcelo Ebrard, daß man versuchen werde, einen Konsens über die Zukunft der OAS zu erzielen. Dabei werde die Frage zu beantworten sein, ob die Organisation reformiert oder durch eine neue Struktur ersetzt werden müsse.

Der mexikanische Außenminister erklärte, daß den USA und Kanada in der ersten Hälfte des Jahres 2022 dazu ein Positionspapier vorgelegt werden könnte. Am 24. Juli hatte der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador im Vorfeld einer CELAC-Sitzung angekündigt, daß man einen Plan entwerfen wolle, um die OAS durch ein »wirklich autonomes Gremium zu ersetzen, das niemandes Lakai sein wird«.

Die Ankündigung von López Obrador wurde von den Präsidenten von Bolivien, Luis Arce, Venezuela, Nicolás Maduro, und Argentinien, Alberto Fernández, unterstützt. Kolumbien seinerseits lehnte den Vorschlag ab und vertrat die Auffassung, daß die regionale Integration »engere« Beziehungen zu den USA und Kanada anstreben sollte.

Granma/Cubadebate/ZLV

 


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