Kaleidoskop19. Januar 2024

Korallenriff vor der Ostküste der USA entdeckt

von dpa/ZLV

Vor der Ostküste der USA ist eines der größten Kaltwasserkorallenriffe entdeckt worden. Das Riff erstrecke sich von Miami, Florida im Südosten des Landes bis zum 800 Kilometer weiter nördlich gelegenen Charleston in South Carolina, heißt es in einer Mitteilung der Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA. Das Riff habe eine Fläche von knapp unter 25.900 Quadratkilometern – sei also etwa so groß wie der Bundesstaat Florida.

Es handle sich um eines der größten Tiefseekorallenriffe, das bisher weltweit entdeckt worden sei, hieß es. Zwar seien in früheren Untersuchungen des Gebiets bereits in Küstennähe und in flacheren Gewässern Korallenhügel gefunden worden. Doch erst nach der vollständigen Kartierung des Blake-Plateaus in einer Tiefe von 500 bis 1.000 Metern sei bekannt, »wie umfangreich dieser Lebensraum ist und wie viele dieser Korallenhügel miteinander verbunden sind«.

Der Entdeckung vorausgegangen seien zehn Jahre systematischer Kartierung des Gebiets und gut 20 Erkundungstauchgänge. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts, an dem unter anderem die NOAA und weitere US-amerikanische Behörden beteiligt waren, sind in der Fachzeitschrift »Geomatics« veröffentlicht worden.

Kaltwasserkorallen wachsen bei Temperaturen zwischen 4 und 14 Grad in der Tiefsee, wo kein Sonnenlicht hingelangt. Die Nesseltiere ernähren sich von Schwebstoffen im Wasser. Bislang seien Kaltwasserkorallenriffe vor den Meeresküsten von mindestens 41 Ländern entdeckt worden, heißt es in der Studie. Wissenschaftler gingen von einer noch weiteren Verbreitung aus, jedoch sei die Tiefsee noch größtenteils unerforscht und noch nicht kartiert.

Die Riffe in der Tiefsee wachsen nur sehr langsam und sind dadurch anfällig für Schäden durch menschliche Aktivitäten. Zu den größten Bedrohungen für Kaltwasserkorallen gehören der Fischfang mit Bodenschleppnetzen, die Förderung von Rohstoffen aus der Tiefsee und die Verlegung von Unterwasserkabeln und Pipelines.