Erstmals wieder mehr Breitmaulnashörner in Afrika
In Afrika gab es 2022 nach Schätzungen afrikanischer Staaten wieder mehr Nashörner. Die Zahl sei um gut fünf Prozent auf ungefähr 23.300 Tiere gestiegen, berichtete am Freitag die in Genf ansässige Weltnaturschutzunion (IUCN) anläßlich des gestrigen Weltnashorntages. Nichtsdestotrotz seien Nashörner aber weiter durch Wilderer bedroht. Mindestens 551 Tiere seien im vergangenen Jahr auf dem afrikanischen Kontinent illegal getötet worden, so die IUCN. Das größte Problem hatte Südafrika, wo auch die größte Nashornpopulation lebt.
Die Tiere werden von Wilderern wegen der markanten Hörner gejagt. Entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird dem Material vor allem in Asien heilende Kraft oder potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Das Horn besteht wie Fingernägel aus Keratin.
Die Zahl der Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum) ist den gesammelten Daten zufolge erstmals seit dem Jahr 2012 gestiegen, auf rund 16.800 Tiere. Auch die Zahl der Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis) stieg, auf rund 6.500. Die IUCN führt dies auf bessere Schutzmaßnahmen zurück. »Bei dieser guten Nachricht können wir zum ersten Mal seit zehn Jahren aufatmen«, sagte Michael Knight, Präsident der Nashorngruppe in der IUCN. »Es ist aber unerläßlich, diese positive Entwicklung zu konsolidieren und darauf aufzubauen und nicht unvorsichtig zu werden.«
Nashörner seien wichtig für die Artenvielfalt, weil sie Lebensräume für andere Tiere sicherten, so die IUCN. Außerdem könnten Anwohner mit Nashörnern als Touristenattraktion lokale Arbeitsplätze schaffen. Die IUCN ist ein Dachverband, dessen Mitglieder im Naturschutz aktiv sind. Dazu gehören unter anderem Staaten sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen.

