Ausland16. September 2025

Wegen einer einzigen Drohne:

Vier NATO-Kampfjets steigen in Rumänien auf

von R.R./ZLV

Am Wochenende wurde wieder eine angeblich russische Drohne gesichtet – diesmal in Rumänien. Sie habe keine besiedelten Gebiete überflogen und auch keine Bedrohung dargestellt, betonte das rumänische Armeeministerium. Zudem sei sie schließlich wieder in die Ukraine geflogen – wo sie offenbar auch herkam.

Doch das reichte, um die NATO, die EU und Deutschland zu alarmieren. Es seien zwei rumänische F-16-Kampfjets gestartet, zudem hätten zwei Eurofighter aus Deutschland »bei der Luftraumüberwachung geholfen«, hieß es in Bukarest. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, »das Vorgehen Moskaus« stelle eine »eklatante Verletzung der Souveränität der EU und eine ernsthafte Bedrohung der regionalen Sicherheit« dar.

In der Ukraine wurde Kritik darüber laut, daß die Drohne nicht abgeschossen wurde. Selbst die Deutschen taten nichts – obwohl sie mit milliardenschweren fliegenden Kanonen gegen einen ein paar tausend Dollar teuren Spatzen im Einsatz waren…

Rußland Moskau hat Vorwürfe aus Rumänien zurückgewiesen, wonach eine russische Drohne in den Luftraum des Landes eingedrungen sein soll. Es konnten dafür – wie auch in vorigen Fällen – keine Belege vorgelegt werden. Kiew versuche mit allen Mitteln, die EU und die NATO in ein gefährliches militärisches Abenteuer zu verwickeln, hieß es aus Moskau.

In Rumänien war am Samstag der russische Botschafter ins Außenministerium einbestellt worden, um »einen scharfen Protest« wegen des vermeintlich russischen Luftfahrzeugs entgegenzunehmen. In dem Gespräch mit Botschafter Lipajew haben die Vertreter Rumäniens jedoch auf die Fragen zur Identifizierung des unbemannten Fluggeräts keine einzige konkrete und überzeugende Antwort gegeben.

Nach dem mit großem Lärm begleiteten »Vorfall« in der vergangenen Woche, als Rußland angeblich »einen massiven Angriff« gegen Polen mit mehreren Drohnen geführt haben soll, ist bisher ebenfalls kein einziger halbwegs glaubhafter Beleg für die Behauptung vorgebracht worden, es habe sich um russische Drohnen gehandelt, die gezielt gegen polnisches Territorium eingesetzt wurden.

Der im polnischen Außenministerium für EU-Erweiterung und Nachbarschaftspolitik zuständige Staatssekretär Marcin Bosacki versuchte im Sicherheitsrat der UNO einen großen Auftritt. Der Himmel über Polen sei »vorsätzlich durch die Russische Föderation verletzt« worden, sagte er laut UNO-Protokoll. Solche Vorfälle habe es schon früher gegeben, aber die territoriale Integrität Polens wurde »in einem noch nie dagewesenen Ausmaß absichtlich verletzt«. »Wir wissen, daß es kein Fehler war«, sagte er. »Rußland will die Region in Brand setzen. Wir dürfen nicht zulassen, daß eine Verletzung des Luftraums zur akzeptierten Norm wird.«

Die Glaubwürdigkeit des Sicherheitsrates und die globale, auf Regeln basierende Ordnung, zu deren Schutz sich der Rat verpflichtet hat, stünden auf dem Spiel, betonte der polnische Staatssekretär. Die Russische Föderation verstoße »erneut in vollem Umfang gegen grundlegende Normen des Völkerrechts«.

Während seiner Ansprache hielt er Fotos in die Kameras, die abgeschossene Drohnen zeigen. Wann und wo diese Fotos aufgenommen wurden, ist unklar. Deutsche Medien berichteten, darauf seien »russische Schriftzeichen« zu sehen. Auf einem dieser Fotos, das von der UNO veröffentlicht wurde, ist mit einiger Mühe, wenn man das Bild umdreht, lediglich zu erkennen, daß jemand offenbar mit Kreide kyrillische Buchstaben angebracht hat.

Ähnliche Drohnen haben offenbar am Samstag in Rumänien zum Alarmstart von vier hochgerüsteten Kampfflugzeugen der NATO geführt.