Ausland04. Juni 2026

Verschärfter Druck gegen Kuba

Blockade der USA verzögert Tausende Tonnen UNO-Hilfe

von Cubadebate/ZLV

Die UNO verfügt über rund 20.000 Tonnen Lebensmittel in Kuba, die sie nicht oder nur langsam und unter großen Schwierigkeiten verteilen kann, da aufgrund des von Donald Trump im Januar gegen die Insel verhängten Ölembargos Treibstoff fehlt.

Die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtet, daß derzeit rund 11.000 Tonnen Lebensmittel des Welternährungsprogramms (WFP) in den kubanischen Häfen Mariel (im Westen) und Santiago de Cuba (im Osten) festsitzen. Andere UNO-Organisationen, darunter UNICEF und die Entwicklungsorganisation UNDP, haben mehrere Dutzend Container in diesen Häfen, die sie nur äußerst langsam abholen und verteilen können.

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat in Lagern im ganzen Land über 8.000 Tonnen Grundnahrungsmittel vorrätig, die aufgrund des Treibstoffmangels »viel langsamer als nötig« verteilt werden. Die Auslieferungen erfolgen Container für Container, unter Verwendung der geringen Mengen an Treibstoff, die von verschiedenen Akteuren bereitgestellt werden.

In Kuba ist im letzten halben Jahr nur ein einziges Öltankschiff angekommen: die russische »Anatoli Kolodkin«, die im März 100.000 Tonnen Rohöl auf die Insel brachte.

Die UNO hat bisher keine nachhaltige und strukturelle Lösung gefunden, um die mehr als fünf Millionen Liter Diesel zu beschaffen, die sie nach Schätzungen in einen Zeitraum von 12 Monaten benötigt.

Das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat der USA-Delegation bei der UNO ein Dokument mit dem Titel »Rückverfolgbarkeitsplan« vorgelegt, um darzulegen, wie der Treibstoff verwendet werden soll, und um nachzuweisen, daß der kubanische Staat davon nicht profitieren würde – obwohl dieser für die Finanzierung von Krankenhäusern, Schulen und einer langen Liste grundlegender Dienstleistungen zuständig ist. Doch inzwischen sind bereits mehr als fünf Wochen vergangen, und die UNO hat noch keine Antwort aus Washington erhalten.

Der Plan der OCHA zielt darauf ab, Konflikte mit den USA zu vermeiden. Er berücksichtigt auch die von Trump am 29. Januar unterzeichnete Durchführungsverordnung, die mit Zöllen auf Produkte aus Ländern droht, die Kuba direkt oder indirekt mit Öl versorgen, wodurch Regierungen, Reedereien und Unternehmen abgeschreckt werden sollen.

Zu den Problemen, mit denen die UNO bei der Verwaltung der bereits in Kuba gelagerten Hilfsgüter konfrontiert ist, kommt noch das Problem hinzu, wie weitere Fracht, vor allem Lebensmittel, nach Kuba transportiert werden kann, die bereits im Ausland erworben oder zugesagt wurde.

All das ist eine Folge der Ausweitung der Sanktionen gegen Kuba, die Trump in einer Durchführungsverordnung vom 1. Mai erlassen hat. Sie betrifft Unternehmen und Privatpersonen, die wirtschaftliche Beziehungen zum kubanischen Staat oder dessen Unternehmen unterhalten, und die durch Drohungen mit Sanktionen Unternehmen aus Drittländern dazu bewegen soll, sich den Zwangsmaßnahmen der Blockade zu beugen.

Infolge der Exekutivverordnung vom Mai und als vorbeugende Maßnahme beschlossen die beiden wichtigsten ausländischen Reedereien, die mit Kuba zusammenarbeiteten, die französische CMA CGM und die deutsche Hapag-Lloyd, keine neuen Aufträge mehr anzunehmen, die mit Kuba in Verbindung stehen. So befinden sich mehrere tausend Tonnen Lebensmittel für Kuba im Ausland und können nicht auf die Insel transportiert werden.