»Schutzschild des Achilles«
Griechenland und Israel schließen Militär-Abkommen
Griechenland wird einen regelrechten »Schutzschild« bzw. Abwehrschirm über dem gesamten Land errichten, berichten die »Griechenland Zeitung« und weitere Medien Es werde sich um ein »mehrschichtiges Luft- und Raketenabwehrsystem« handeln, heißt es.
Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Israel und trägt den Namen »Achilles-Schild«. Unterzeichnet wurde ein entsprechendes Abkommen am Montag von Generalmajor Ioannis Bouras, Generaldirektor für Verteidigungsausrüstung und Investitionen im griechischen Kriegsministerium, und Generalmajor Amir Baram, Generaldirektor des israelischen Kriegsministeriums. Das Budget dafür soll drei Milliarden Euro betragen.
An dem Projekt werden sich auch 19 griechische Unternehmen beteiligen. Ihr Anteil soll 25 Prozent des Projektvolumens »Tholos« umfassen, etwa 750 Millionen Euro. Gleichzeitig ist die Schaffung einer Produktionsbasis in Griechenland mit Exportmöglichkeiten vorgesehen. Griechenlands Regierungssprecher Pavlos Marinakis erklärte, daß »ein erheblicher Teil der Ausgaben über Aufträge an griechische Unternehmen, gemeinsame Produktionen, den Technologietransfer und die Entwicklung technologischer Fähigkeiten in die griechische Wirtschaft zurückfließt«.
Der griechische Kriegsminister Nikos Dendias erklärte in diesem Zusammenhang: »Wir befinden uns in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Die modernen Konflikte haben die Rahmenbedingungen für militärische Verteidigung und Abschreckung bereits grundlegend verändert. Vor diesem Hintergrund treiben wir eine umfassende und grundlegende Reform der Streitkräfte voran – im vollen Bewußtsein und mit einem klaren Verständnis für die Fehlfunktionen und verkrusteten Strukturen der Vergangenheit.«
In einer Pressemitteilung seines Ministeriums hieß es, daß Griechenland das einzige Land der EU sei, das ein solches System einführt.
Der »Achilles-Schild« soll bereits vorhandene griechische Systeme wie Patriot und unbemannte Fluggeräte mit israelischen Luftabwehrsystemen unterschiedlicher Reichweite verbinden. Vorgesehen sind unter anderem Spyder von Rafael, Barak MX und David's Sling. Ziel sei ein einheitliches Netzwerk zur Abwehr von Flugzeugen, Drohnen, Raketen und ballistischen Flugkörpern. Eine zentrale Software soll mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Daten der verschiedenen Systeme auswerten, Bedrohungen erkennen und klassifizieren und das jeweils geeignete Abwehrsystem vorschlagen.
Israels Kriegsministerium erklärte dazu: »Dies ist das größte Rüstungsexportabkommen in der Geschichte der israelisch-griechischen Beziehungen und eines der größten in der Geschichte des Staates Israel.«
Griechenland und Israel haben ihre Zusammenarbeit im Militär- und Rüstungsbereich in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Als Begründung dienen immer wieder »die angespannten Beziehungen beider Länder zur Türkei im östlichen Mittelmeer«.
GZ/dpa/ZLV

