Luxemburg03. April 2021

Gastwirte protestieren auf der Place d’Armes

»Terrassen allein sind nicht rentabel«

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Nicht besonders zahlreich, dafür lautstark und unter Einhaltung der Abstandsregeln sowie mit Mund-Nasen-Schutz protestierten am Freitagnachmittag Betreiber und Mitarbeiter von Cafés und Restaurants auf der hauptstädtischen Place d’Armes. Gefordert wurde die baldige Wiedereröffnung der Gaststätten »in einem strengen sanitären Rahmen«, wie der Diekircher Cafémitarbeiter Clément Elie, der die Protestkundgebung via Internet initiiert hatte, in seinem Redebeitrag sagte.

Die von der Regierung für Mittwoch nach Ostern in Aussicht gestellte Wiedereröffnung der Café- und Restaurantterrassen sei »eine Maßnahme für unsere Gäste, jedoch nicht für uns«, betonte Elie, allein das Terrassengeschäft sei nicht rentabel. Statt »nur die Terrassen ein bißchen aufzumachen«, hätte man entweder auf eine Verbesserung der Pandemielage warten sollen, »oder alles mit Schnelltests wieder öffnen«.

»Warum wurden Schulen und sogar dem Sport Schnelltests zur Verfügung gestellt, aber uns nicht?«, fragte Elie, der Gaststättensektor sei für seine Gäste und das gesamte gesellschaftliche Leben ebenfalls essentiell. Begrüßt wurde, daß die Regierung im Februar die Hilfen für nicht gedeckte laufende Kosten der Café- und Restaurantbetreiber auf bis zu hundert Prozent erhöht hat, es wurde aber kritisiert, daß die staatliche Hilfe erst nach der Schließungsanordnung der Regierung kam, und daß manche Betroffene bis heute keinen Cent erhalten hätten. Auch müßten die staatlichen Hilfen auch nach einer Wiedereröffnung noch eine Weile weiter ausbezahlt werden, »weil unsere Situation wohl noch lange kompliziert bleiben wird«.

Am Rande der Kundgebung wurde der offizielle Horesca-Verband zu Grabe getragen, weil dessen Verantwortliche glaubten, »sie könnten den Sektor repräsentieren, ohne mit dem Sektor zu sprechen«.