Kultur15. April 2021

Rom renoviert antiken Tempelbezirk

von dpa/ZLV

Im Jahr 44 vor unserer Zeitrechnung soll Julius Cäsar dort ermordet worden sein, jetzt gibt die Stadt Rom den Startschuß für die Restaurierung des antiken Tempelbezirks. Die Arbeiten am Grabungsareal des Largo Argentina würden »in wenigen Wochen« beginnen, sagte Bürgermeisterin Virginia Raggi am Mittwoch. Das Areal im Zentrum der ewigen Stadt liegt mehrere Meter unterhalb des heutigen Straßenniveaus. Dort befinden sich Überreste von vier Tempeln aus Zeiten der römischen Republik, konkret aus dem 4. bis 1. vorchristlichen Jahrhundert.

Nach Fertigstellung der Arbeiten, die vom italienischen Edeljuwelier Bulgari mitfinanziert werden, solle die Anlage zu einer neuen Touristenattraktion werden, stellte Raggi in Aussicht. Bisher wirkte das Areal um die Tempelreste ungepflegt. Manchen Besuchern war es eher wegen der Katzen bekannt, die sich dort angesiedelt haben, als wegen seiner langen Geschichte. Die Tempel waren Ende der 20er Jahre erstmals genauer archäologisch untersucht worden. Der römische Feldherr und Staatsmann Gaius Julius Cäsar soll in diesem Teil der Stadt im März 44 v.u.Z. von Gegnern erstochen worden sein.

Bulgari hatte 2015/16 bereits die Restaurierung der bei Romtouristen beliebten Spanischen Treppe mit etwa anderthalb Millionen Euro finanziert. Wann der neuhergerichtete Tempelbezirk genau öffnen soll, sagte die Bürgermeisterin nicht. Nach Angaben der Stadt sollen die Arbeiten etwa ein Jahr dauern, Bulgari zahle rund eine Million Euro. Derzeit gibt es wegen der Coronapandemie kaum Touristen in Rom.