Leitartikel09. September 2021

Proteste gegen eine wahnwitzige WM

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In der vergangenen Woche war es endlich soweit: Trotzdem das zuständige Ministerium hart blieb und für das erste Pflichtspiel der »Roten Löwen« im neuen Nationalstadion in Kockelscheuer nur etwa 1.700 Eintrittskarten an Zuschauer verkauft werden durften, bot sich den Fans, die so viele Jahre bei Wind, Wetter und Brühwurst im Plastikbecher im Josy Barthel-Stadion ihre »Nationalekipp« angefeuert haben, ein fast schon magischer Moment. Viele blickten sich beim Betreten der neuen Arena staunend um, als wären sie zum ersten Mal in einem Stadion.

Dem gelungenen und trotz der Beschränkung stimmungsvollen Stadion-Premiere mit dem 2:1 gegen Aserbaidschan folgte vorgestern Abend ein Testspiel gegen WM-Gastgeber Katar, welcher »auf Einladung der UEFA« außerhalb der Wertung an der Qualifikationsgruppe A teilnimmt, quasi als Publicity-Tour. Nun wissen wir, daß es eine ganze Reihe haarsträubender Geschehnisse rund um diese Weltmeisterschaft im Wüstenstaat gibt, bei welchen die Menschrechtsverletzungen und die zahlreichen beim Bau der Arenen gestorbenen Arbeiter nur ein Punkt sind.


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