Gläubiger verschärfen Druck
Griechische Regierung will Mindestlohn senken und Rechte der Gewerkschaften beschneiden
Die Kontrolleure der früher »Troika« , heute »Institutionen« oder »Quartett« genannten Gläubiger Griechenlands sind nach mehrtägigen Verhandlungen unverrichteter Dinge aus Athen abgereist, berichteten griechische Medien. Die Auszahlung der nächsten Tranche in Höhe von 2,8 Milliarden Euro zur Finanzierung der griechischen Staatsschulden wurde bis auf weiteres verschoben und von der Erfüllung weiterer Bedingungen abhängig gemacht. Bis zur Rückkehr der Kontrolleure nach Athen am 17. Oktober habe das Parlament 15 »Sofortmaßnahmen« zu beschließen, schreibt die »Griechenland Zeitung« .
Dazu gehört in erster Linie eine offenbar von der »linken« Regierung unter Premierminister Alexis Tsipras bereits zugesagte »Arbeitsmarktreform« . Zur Debatte stehen dabei insbesondere eine weitere Senkung des Mindestlohns und die Aufhebung des bisher verbrieften Rechts der Gewerkschaften, Verhandlungen über Kollektivverträge zu führen und abzuschließen. Darüber hinaus werden zügig weitere Privatisierungen von Staatseigentum gefordert.
Die Gewerkschaften haben bereits weitere Kampfmaßnahmen gegen die fortschreitende Austeritätspolitik angekündigt. Als erste setzten die Mitglieder der Seeleutegewerkschaft PNO mit einem 48-stündigen Streik ein deutliches Zeichen. Von Donnerstagmorgen bis Samstagmorgen blieben alle griechischen Fährschiffe in ihren Heimathäfen. Die Seeleute wehren sich gegen die jüngste »Rentenreform« und gegen einen von den Reedern angestrebten neuen Tarifvertrag, der nach Überzeugung der Gewerkschafter eine weitere Verarmung der Seeleute sowie auch der Rentner mit sich bringen wird.
bro
Fährschiffe liegen im Hafen von Piräus fest

