• Kaleidoskop18. August 2021

    Archäologen machen spektakulären Fund in Pompeji

    von dpa/ZLV

    In der versunkenen Römerstadt Pompeji am Golf von Neapel in Süditalien haben Archäologen einen spektakulären, weil überraschenden Fund gemacht. In einem antiken Grab fanden sie in den vergangenen Wochen mumifizierte Überreste eines Menschen, teilte der Archäologiepark am Dienstag mit. »Das war für alle eine Überraschung, selbst für die Spezialisten in Grabarchäologie«, erklärte der deutsche Direktor des Archäologieparks, Gabriel Zuchtriegel.

    Es gibt gleich mehrere Gründe, weshalb dieser Fund als spektakulär gilt: Nach Erkenntnissen der Experten handelt es sich bei dem toten Marcus Venerius Secundio um einen früheren Sklaven, der nach seiner Freilassung zu Reichtum und damit zu gesellschaftlichem Rang gelangte. Außerdem lasen sie auf der Grabinschrift, daß er für vier Tage Aufführungen in Griechisch und Latein abhalten ließ. »Das ist der erste klare Beweis für Aufführungen in griechischer Sprache, was zuvor auf Grundlage indirekter Anzeichen angenommen wurde«, erklärte Zuchtriegel.

    Auf das Grab mit dem Skelett stießen die Forscher während Ausgrabungen am Friedhof Porta Sarno im Osten der antiken Römerstadt. Es dürfte auf die letzten Jahrzehnte Pompejis zurückdatieren, ehe die Stadt bei mehreren Ausbrüchen des Vulkanbergs Vesuv unterging. Asche, Schlamm und Lava begruben die Stadt im Jahr 79 unserer Zeitrechnung unter sich. Im 18. Jahrhundert wurde die historische Stadt wiederentdeckt. Seitdem stoßen Archäologen dort immer wieder auf spektakuläre und sehr guterhaltene Funde aus der Römerzeit.

    Weiterlesen
  • Kaleidoskop18. August 2021

    Kilometerlange Feuerfront im Westen von Athen

    von dpa/ZLV

    Griechische und ausländische Feuerwehrleute haben am Dienstag weiter gegen einen unkontrollierten Wald- und Buschbrand im Westen der Hauptstadt Athen gekämpft. Am Dienstagmorgen wurde die Evakuierung etlicher nahegelegener Ortschaften angeordnet. Es handelt sich griechischen Medienberichten zufolge um eine kilometerlange Feuerfront in der Nähe des Ortes Vilia, die bereits am Montagabend ausbrach. Der Rauch des Feuers ist so stark, daß man ihn auch auf Satellitenbildern sieht.

    Laut Feuerwehr sind rund 330 Einsatzkräfte mit mehr als 100 Fahrzeugen vor Ort; am Dienstagmorgen konnte zudem wieder mit Löscharbeiten aus der Luft begonnen werden. Im Einsatz sind nun sechs Helikopter und fünf Flugzeuge. Insgesamt registrierte die Feuerwehr von Montag- bis Dienstagmorgen 44 neue Waldbrände in Griechenland.

    Weiterlesen
  • Kaleidoskop18. August 2021

    Nach dem Erdbeben drohen Haiti Überschwemmungen und Erdrutsche

    von dpa/ZLV

    In Haiti steigt die Zahl der Todesopfer nach dem Erbeben weiter an. Nun droht ein Tropensturm die Lage in der Katastrophenregion zu verschlechtern. Im Südwesten Haitis hat das Tiefdruckgebiet »Grace« starke Regenfälle verursacht. In einer Notunterkunft im Ort Les Cayes auf der Halbinsel Tiburon stand das Wasser knöchelhoch, war auf Fotos von Montagabend zu sehen. Völlig durchnäßte Menschen suchten das Camp auf, ihr Hab und Gut teils in Säcken auf dem Kopf tragend, zeigten andere Aufnahmen.

    Das Hurrikanzentrum der USA warnte am Dienstagmorgen (Ortszeit) in seinem jüngsten Bericht vor möglichen Überschwemmungen und Erdrutschen in Haiti und auch in der benachbarten Dominikanischen Republik. »Grace« sei mittlerweile wieder zu einem Tropensturm erstark, man müsse mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 65 km/h, in Böen teils höher rechnen. Der Tropensturm werde noch im Laufe des Dienstags an Jamaika und den Cayman-Inseln in Richtung der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorbeiziehen.

    Die Zahl der bestätigten Todesopfer des Erdbebens der Stärke 7,2 auf der Richter-Skala stieg mittlerweile auf 1.419, teilte die haitianische Zivilschutzbehörde am Montag mit. Rund 6.900 Menschen seien bei der Katastrophe verletzt worden. Zahlreiche Menschen wurden noch in den Trümmern der vielen zerstörten Gebäude im Süden Haitis vermutet. Viele Überlebende übernachteten bisher im Freien.

    Das Beben hatte sich am Samstagmorgen unweit der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud östlich von Les Cayes in einer Tiefe von rund zehn Kilometern ereignet. Mindestens 13.700 Häuser wurden der Zivilschutzbehörde zufolge zerstört und ebenso viele beschädigt. Mehr als 30.000 Familien seien betroffen. Laut Caritas International werden vor allem Nahrung, Trinkwasser, Zelte und medizinische Erstversorgung benötigt.

    Haiti, das zusammen mit der Dominikanischen Republik auf der Insel Hispaniola liegt, war auch nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 mit mehr als 220.000 Toten schlecht auf eine ähnliche Katastrophe vorbereitet. Hinzu kommt eine tiefe politische Krise, die sich nach der Ermordung von Staatspräsident Jovenel Moïse durch eine Kommandotruppe in seiner Residenz am 7. Juli weiter verschärfte.

    Interimspremier Ariel Henry kündigte bei Twitter schnellere Hilfsmaßnahmen der Regierung an. »Wir werden unsere Energien verzehnfachen, um die größtmögliche Zahl von Opfern zu erreichen und ihnen zu helfen.« Für eine bessere Krisenkoordination werde die Präsenz der Regierung vor Ort erhöht. Der Interimspremier ordnete auch drei Tage Staatstrauer an.
    Weiterlesen
  • Kaleidoskop17. August 2021

    Fast 1.300 Tote bei Erdbeben in Haiti – Sturm naht

    von dpa/ZLV

    Auf Haiti steigt nach einem verheerenden Erdbeben die Zahl der Gestorbenen weiter. Bis Sonntagabend (Ortszeit) meldete der Zivilschutz des karibischen Inselstaates mindestens 1.297 Tote. Befürchtet wird eine noch höhere Zahl, weil Tausende Gebäude zerstört wurden. Menschen wurden unter eingestürzten Häusern, Hotels, Schulen, Kirchen begraben. Bergungsarbeiten und Hilfsmaßnahmen sind angelaufen. Nun könnte bereits am Montag (Ortszeit) ein tropisches Tief das Katastrophengebiet treffen.

    Zuvor hatte der Leiter des Zivilschutzes, Jerry Chandler, von mindestens 724 Toten berichtet. Mehr als 5.700 Menschen wurden verletzt, berichtete die Zeitung »Le Nouvelliste« unter Berufung auf den Zivilschutz. Ungefähr 13.700 Häuser seien zerstört und ebenso viele beschädigt worden.

    Haiti befindet sich weiter in Alarmbereitschaft, die nächste Gefahr steht möglicherweise bereits bevor: Das Hurrikanzentrum der USA in Miami, Florida stufte den Tropensturm »Grace«, der sich Haiti näherte, zwar herab. Es sagte aber für Montag heftigen Regen für die Dominikanische Republik und Haiti vorher, was die Rettungsarbeiten weiter beeinträchtigen könnte.

    Das Beben, dessen Stärke die US-amerikanische Behörde USGS mit 7,2 auf der Richter-Skala angab, hatte sich am Samstagmorgen rund zwölf Kilometer von der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud in einer Tiefe von rund zehn Kilometern ereignet. Bei vielen teils starken Nachbeben verbrachten viele Menschen die Nacht zu Sonntag vorsichtshalber im Freien.

    Die Krankenhäuser sind überlastet. Im Innenhof eines Hospitals in Jérémie, einer der am meisten betroffenen Städte, warteten Verletzte in Zelten auf ihre Behandlung. Straßen waren nach Erdrutschen versperrt.

    Weite Teile Haitis waren bereits im Jahr 2010 von einem katastrophalen Erdbeben verwüstet worden. Im Zentrum lag damals die dichtbesiedelte Hauptstadt Port-au-Prince. 222.000 Menschen starben, mehr als 300.000 wurden verletzt. Mehr als eine Million Menschen verlor ihr Zuhause. Auch politisch ist die Lage äußerst angespannt – erst Anfang Juli war Staatspräsident Jovenel Moïse in seiner Residenz ermordet worden.

    Weiterlesen
  • Kaleidoskop17. August 2021

    Boeing setzt Testflug zur ISS aus

    von dpa/ZLV

    Rund anderthalb Wochen nach dem kurzfristig abgesagten Start haben die NASA und der US-amerikanische Luft-, Raumfahrt und Rüstungskonzern Boeing entschieden, den »Orbital Flight Test-2« zur Internationalen Raumstation ISS auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Vor dem nächsten Versuch müsse das Antriebssystem der Kapsel von Boeing noch einmal überarbeitet werden. Außerdem sollen genauere Analysen durchgeführt werden. Dafür muß die Kapsel von der »Atlas-V«-Trägerrakete abmontiert und wieder zurück in Boeings Fabrik gebracht werden.

    Zunächst hatten Ingenieure des Konzerns versucht, die geschlossenen Ventile der »Starliner«-Kapsel noch im montierten Zustand manuell zu öffnen, was aber nur bei neun von 13 Ventilen gelang. Die restlichen vier sollen nun in Boeings Fabrik in Florida auf ihr Fehlverhalten überprüft werden. Die insgesamt 24 Oxidationsventile kontrollieren den Fluß von Distickstofftetroxid als Teil des Antriebssystems der Kapsel, das in Notfällen und zum Manövrieren im Orbit benötigt wird.

    Für den »Starliner« hätte es der zweite unbemannte Testflug sein sollen. Beim ersten hatte die »Atlas-V« die Kapsel zwar in den Orbit gebracht, nach der Abkopplung versagte aber der Antrieb, mit dem die Kapsel zur ISS manövrieren sollte. Ursache dafür war falsches Timing der Antriebszündung – und nicht die Ventile. Die Kapsel konnte die ISS nicht mehr erreichen und mußte zur Erde zurückkehren.

    Weiterlesen
  • Kaleidoskop14. August 2021

    Ausgezeichnete Tierfotografie: Fische in Formation

    von dpa/ZLV

    Die Aufnahme eines spiralenförmigen Fischschwarms im Great Barrier Reef vor Australien hat den Wettbewerb eines britischen Fachjournals zum Thema biologische Vielfalt gewonnen. Sie stammt von der Wissenschaftlerin Kristen Brown von der University of Pennsylvania in den USA, teilte die Fachzeitschrift »BMC Ecology and Evolution« am Freitag in London mit.

    Das Foto zeige »sowohl die Schönheit und Fülle unserer Ozeane als auch die sich zuspitzende Krise, die sich in der Welt der Meere entfaltet«, sagte die Ausgezeichnete der Mitteilung zufolge. Denn Korallenriffe mit starkem Bewuchs und üppigen Fischpopulationen, wie sie in diesem Teil des Great Barrier Reef noch zu sehen sind, werden immer seltener: »Ohne echte Anstrengungen, die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren und die Wasserqualität zu verbessern, besteht die Gefahr, daß Korallenriffe, wie wir sie kennen, noch zu unseren Lebzeiten verschwinden«, warnt Brown.

    Auf den zweiten Platz schaffte es Eulimnogammarus verrucosus, ein Krustentier vom Baikalsee. Das Lebewesen ist von parasitären Wimperntierchen befallen. Das Foto der Biologin Xenia Wereschtschagina von der Staatlichen Universität Irkutsk in Rußland gewann außerdem in der Kategorie »Evolutionäre Entwicklungsbiologie und Biodiversität«.

    Der spanische Biologe Roberto García-Roa von der Universität Valencia wurde gleich in mehreren Kategorien ausgezeichnet. Seine Fotos zeigen unter anderem Termiten auf einem Seil in einem Wald in Malaysia sowie einen Wissenschaftler in einer französischen Primatenstation, der anhand eines auf zwei Beinen auf einem Laufband gehenden Pavians die Geschichte der Fortbewegung des Menschen erforscht.

    Das Fachjournal hat den Fotowettbewerb mit mehreren Kategorien ins Leben gerufen, um Biologen und Ökologen die Möglichkeit zu geben, ihre Forschung »auf kreative Weise darzustellen und eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst zu fördern«.

    Weiterlesen
1 | ... 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | ... 47 |