Stahlindustrie: Kollektivvertrag vor dem Schlichter

Angriff auf Ruhetage, Lohngarantien und Index

Ende Dezember 2012 hatte die Geschäftsleitung von ArcelorMittal einseitig den Kollektivvertrag für die Beschäftigten der Stahlindustrie aufgekündigt. Das war in der Geschichte der Stahlindustrie ungewöhnlich, denn bis dato war es immer so, dass Stahlherren und Gewerkschaften immer übereinkamen, Verhandlungen Veränderungen oder Verbesserungen am bestehenden Vertrag zu diskutieren.

Inzwischen ist klar, was Aktionäre und Geschäftsleitung wollen. Sie fordern, dass die Beschäftigten von ArcelorMittal auf zwölf Ruhetage, die infolge von Überstunden oder zusätzlicher Schichten anfallen, verzichten, und wollen die Lohngarantien in Frage stellen und die Indexierung der Löhne aussetzen, solange es konjunkturelle Probleme im Stahlbereich gibt.

Für 2012 und 2013 wollen die Stahlherren die Beschäftigten mit einer Prämie von 200 Euro abspeisen. Die Gewerkschaft fordert 2.400 Euro.

Die Delegierten der großen Tarifkommission des OGBL im Stahlbereich beschlossen am Donnerstag nahezu einstimmig, das Nationale Schlichtungsamt mit dem Streitfall zu befassen. Gibt es da keine Einigung, sollen gewerkschaftliche Aktionen folgen.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 21. Juni 2013