Luxair will die Beschäftigten bluten lassen

Protestpiquet angekündigt

Obwohl die Beschäftigten weder für die negativen Folgen der Liberalisierung im Flugwesen, noch für falsche strategischen Entscheidungen der Fluggesellschaft verantwortlich sind, will Luxair ihnen soziale Verschlechterungen aufdrängen.

Die Direktion der Fluggesellschaft hatte am 29. Oktober 2012 die Kollektivverträge gekündigt und deutlich gemacht, dass sie beabsichtige Prämien zu kürzen beziehungsweise zu streichen und dem Personal eine größere Flexibilisierung abverlangen wolle. Parallel dazu gab die Fluggesellschaft bekannt, sie werde innerhalb von drei Jahren sieben Dutzend Arbeitsplätze wegrationalisieren. Einen Vorschlag der Gewerkschaften, die zwei Kollektivverträge bis zum 1. Oktober 2013 in Kraft zu belassen, was einer Nullrunde gleichgekommen wäre, und anschließend ein Zusatzabkommen auszuhandeln, lehnte die Luxair-Direktion hingegen kategorisch ab.

Die Unnachgiebigkeit der Direktion führte schließlich dazu, dass die Gewerkschaften das Schlichtungsamt einschalteten. Doch auch die erste Zusammenkunft zwischen den Gewerkschaften, der Luxair-Direktion und dem Schlichter brachte keine Fortschritte, da das Patronat ausschließlich Vorschläge unterbreitete, die negative Folgen für die Beschäftigten haben würden.

Aus Anlaß der nächsten Schlichtungsrunde am 20. Juni 2013 riefen die Gewerkschaften die Belegschaft daher zu einem Potestpiquet vor dem Arbeitsministerium, den Tagungsort der Schlichtung, auf.

Verwaltungsrat und Direktion der vom Luxemburger Staat kontrollierten Fluggesellschaft wollen die Ergebnisse der Gesellschaft ab dem Jahr 2015 um 25 Millionen Euro jährlich verbessern. Um das zu erreichen soll die Kooperation mit Air France und Lufthansa ausgebaut, die Preispolitik überdacht, die Zahl der Passagiere erhöht und eben auch Sozialabbau auf Kosten des Personals erfolgen.

A.R.

Ali Ruckert : Mittwoch 12. Juni 2013