ZithaSenior schafft Präzedenzfall:

Weniger Lohn und mehr Arbeit für die Beschäftigten

Am Mittwoch dieser Woche entschied der Verwaltungsrat des zur privaten katholischen Zitha-Gruppe gehörenden Pflegeeinrichtung ZithaSenior aus der »Entente des Hôpitaux« auszutreten. Dieser Schritt erfolgte, um in Zukunft nicht mehr an den Kollektivvertrag aus dem Krankenhaussektor gebunden zu sein, und die Beschäftigten aus den Alten- und Pflegeheimen in Luxemburg (St. Jean de la Croix), Consdorf und Petingen dem Kollektivvertrag im Pflege- und Sozialbereich zu unterstellen.

Bevor die Zitha-Gruppe den Beschluß traf, für ZithaSenior einen Kollektivvertragswechsel anzustreben, hatten die Gewerkschaften von einer regelrechten Provokation gesprochen, da der Wechsel nicht aus christlicher Barmherzigkeit, sondern aus Profitgründen vorgenommen werden sollte. Für die Beschäftigten wird das soziale Verschlechterungen zur Folge haben.

Im Vorfeld des Beschlusses des Verwaltungsrats von ZithaSenior hatte der OGBL, zusammen mit den Personaldelegierten, am 13. Juli eine Petition, unterzeichnet von 398 Beschäftigten, an den Generaldirektor der Zitha-Gruppe überreicht, in welcher deutlich gemacht wurde, dass das Personal einem Kollektivvertragswechsel der Kolleginnen und Kollegen aus dem Pflegebereich ablehnend gegenübersteht, da eine solche Veränderung mit mehr Arbeit (100 Stunden Mehrarbeit und drei Urlaubstage weniger) und weniger Lohn (Abschaffung des Urlaubsgeldes) gleichzusetzen sei.

Zudem handelt es sich beim Beschluss von ZithaSenior um einen Präzedenzfall, da weitere Trägergesellschaften von Pflegeeinrichtungen den Austritt aus der »Entente des Hôpitaux« beschließen könnten.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 17. Juli 2009