Enovos spürt die Krise

Energiekonzern bilanziert Geschäftsjahr 2012

Wegen des krisenbedingten Rückgangs der Industrieproduktion um 6,0 Prozent ist der Stromverbrauch in Luxemburg im vergangenen Jahr um 4,0 Prozent auf 6.336 Gigawattstunden gesunken, während der Erdgaskonsum um 1,83 Prozent auf 13.582 GWh stieg. »Die Anlagenschließungen wichtiger Kunden aus dem Stahl- und Automobilsektor haben sich auch in unserer Bilanz niedergeschlagen«, klagte Marco Hoffmann, der Verwaltungsratspräsident von Enovos International S.A. und Enovos Luxemburg S.A., am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des aus der Fu-sion von Cegedel, Soteg und SaarFerngas hervorgegangenen Energiekonzerns. Die Bilanzen wurden wie in den Vorjahren zusammen mit denen der zu Enovos International gehörenden Netzbetreibergesellschaft Creos veröffentlicht.

Da die Enovos-Gruppe laut CFO Guy Weicherding mittlerweile rund 40 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland macht, wo die Industrieproduktion im vergangenen Jahr nur um ein Prozent sank, konnte der Umsatz der Gruppe um 156 Millionen Euro oder 6,3 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro gesteigert werden. Derweil sank der Nettogewinn um 800.000 Euro auf 117,6 Millionen Euro. Der Umsatz von Creos lag im vergangenen Jahr bei 191,4 Millionen Euro (2011: 205,9 Millionen). Der Nettogewinn belief sich jedoch auf 50,5 Millionen Euro – nach 44,1 Millionen im Vorjahr.

Im vergangenen Jahr hat die Enovos-Gruppe 221,2 Millionen Euro investiert, davon fast die Hälfte in Strom- und Gasnetze. 22 Prozent der Investitionen flossen in die Erzeugung konventioneller und 15 Prozent in die Erzeugung erneuerbarer Energien, weitere 15 Prozent wurden in die Handelsaktivitäten des Konzerns investiert. Ende 2012 beschäftigte der Energiekonzern 1.377 Personen, davon 992 in Luxemburg. Netto wurden damit 76 neue Arbeitsplätze geschaffen, 36 davon in Luxemburg.

Von den 14,1 Terawattstunden (TWh) Strom, die Enovos im vergangenen Jahr verkauft hat, entfielen lediglich 4,5 TWh auf Luxemburg, 8,2 TWh wurden in Deutschland verkauft, 1,33 in Frankreich und jeweils 0,02 TWh (oder 20 GWh) in Belgien und Österreich. Beim verkauften Erdgas (insgesamt 32,9 TWh) entfielen 13,1 TWh auf Luxemburg, 17,5 auf Deutschland, 2,0 auf Frankreich und 0,3 TWh auf Belgien. Während die Menge des 2012 von Enovos in Luxemburg verkauften Stroms gegenüber dem Vorjahr um 100 GWh oder 2,2 Prozent sank, ging die Menge des verkauften Erdgases sogar um 700 GWh oder 5,1 Prozent zurück.

Auch Creos bekam im vergangenen Jahr die Wirtschaftskrise zu spüren. Durch ihre Netze flossen mit 1.312 GWh 3,7 Prozent weniger Strom zu Industrieunternehmen als 2011, während der Handel mit 1.869 GWh 0,2 Prozent mehr Strom abnahm. Inklusive der Wohnungen und der kleinen und mittelständischen Unternehmen flossen 2012 4.853 GWh durch die von Creos betriebenen Netze.

Währenddessen konnte die Menge des durch Creos-Leitungen geströmten Erdgases um 1,8 Prozent auf 13.582 GWh gesteigert werden. Dies aber nur, weil 4.244 GWh (5,14 Prozent mehr als 2011) zur Stromproduktion verwendet wurden, und weil die lokalen Gasverteiler mit 5.285 GWh 9,4 Prozent mehr Gas abnahmen als im Vorjahr. Hingegen gingen nur noch 4.053 GWh Gas an Industriebetriebe – ein Minus von 9,4 Prozent.

oe

Oliver Wagner : Donnerstag 16. Mai 2013