BGL BNP Paribas meldet knapp 270 Millionen Euro Jahresgewinn

Netto 33 Arbeitsplätze abgebaut – Jeder fünfte Neueingestellte erhielt einen befristeten Arbeitsvertrag

Die von der französischen Großbank BNP Paribas kontrollierte BGL BNP Paribas hat am Donnerstag ein konsolidiertes Nettoergebnis von 266,8 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2012 gemeldet. Im Vorjahr standen unterm Strich noch 297,8 Millionen Euro. Den Rückgang erklärten Eric Martin, einer der beiden Co-Präsidenten des Direktionskomitees der BGL BNP Paribas, mit einem nach wie vor »schwierigen wirtschaftlichen Umfeld« und Finanzvorstand Carlo Lessel mit Sondereffekten im vergangenen Jahr.

So übernahm die Bank die Kontrollmehrheit (50 Prozent plus eine Aktie) in der Holdinggesellschaft BNP Paribas Leasing Solutions, in der die Leasingaktivitäten der Gruppe untergebracht sind. Buchführungstechnisch zog dies eine Vollkonsolidierung von BNP Paribas Leasing Solutions ab dem 31. März 2012 mit sich. Wie im Vorjahr hat die Bank auch im ersten Halbjahr 2012 ihr Engagement in Staatsanleihen weiter reduziert. Die Veräußerung portugiesischer und griechischer Obligationen habe das Nettobankergebnis um 56,0 Millionen Euro reduziert und die Risikokosten um 2,6 Millionen Euro erhöht, so Lessel. 2011 sei das Nettobankergebnis lediglich um 10,1 Millionen Euro geschmälert worden, während »Wertberichtigungen in Verbindung mit dem Engagement in griechischen Staatsanleihen« die Risikokosten mit 113,8 Millionen Euro belastet habe.

Darüber hinaus habe die Neubewertung eigener Verbindlichkeiten das Nettoergebnis um 37,6 Millionen Euro gedrückt, während im Vorjahr ein Plus von 35,9 Millionen Euro verzeichnet wurde. Angesichts des weltweit rückläufigen Vermögensverwaltungsgeschäfts verbuchte die Bank eine Wertberichtigung von -50 Millionen Euro auf ihre 5,1-prozentige Beteiligung an BNP Paribas Investment Partners. Schließlich wurden (nach 35,6 Millionen im Vorjahr) 2012 weitere 19,9 Millionen Euro für die Integration der BGL in die BNP-Gruppe aufgewendet.

Wie der neue Verwaltungsratspräsident Georges Heinrich erklärte, hat die gestrige Hauptversammlung eine Dividende von 189,7 Millionen Euro beschlossen, die zum größten Teil (94,8 Millionen) an die BNP Paribas Fortis, das belgische Tochterunternehmen der französischen Großbank, geht. 64,5 Millionen Euro gehen an den Luxemburger Staat, der im September 2008 gut zweieinhalb Milliarden Euro zur Rettung der damals noch als Fortis firmierenden zweitgrößten Privatkundenbank des Landes lockergemacht hat, und dafür einen 34-prozentigen Anteil an der BGL BNP Paribas erhielt, und 30,3 Millionen erhält die BNP Paribas direkt.

Die Höhe der Eigenmittel gab Carlo Thill, der zweite Co-Präsident des Direktionskomitees, mit 5,8 Milliarden Euro an, was die BGL BNP Paribas zur »Bank mit der stärksten Kapitaldecke in Luxemburg« mache. Ende 2012 zählte die BGL BNP Paribas noch 2.651 Mitarbeiter – netto 33 weniger als vor Jahresfrist. 47 Prozent der Beschäftigten seien Frauen, 40 Prozent Luxembur- ger, 30 Prozent Franzosen, 19 Prozent Belgier und elf Prozent hätten den Paß eines anderen EU-Staates. Von den 145 im vergangenen Jahr Neueingestellten erhielten dem Jahresbericht zufolge 115 einen unbefristeten Arbeitsvertrag (CDI), während 30 mit einem befristeten CDD abgespeist wurden.

oe

Oliver Wagner : Freitag 5. April 2013